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Umwelt und Verkehr Ferienreisen sind grosse Strapazen fürs Klima

Alle wollen ans Meer, aber was heisst das für die Co2-Bilanz? „Kassensturz“ reist mit dem TGV nach Marseille und vergleicht den mit Atomstrom angetriebenen Zug mit der Anreise per Flugzeug, Auto oder im Reisecar – wer gewinnt das Rennen um die beste Treibhausbilanz?

Legende: Video Zug, Flugzeug oder Car: Verkehrsmittel im Oekotest abspielen. Laufzeit 06:02 Minuten.
Aus Kassensturz vom 01.07.2014.

Mit einem Flug beginnen für viele die Ferien. Fliegen ist populär. Im letzten Jahr reisten ab den Flughäfen Zürich, Basel und Genf insgesamt 45 Millionen Passagiere. So viel wie noch nie.

Im Schnitt heben Herr und Frau Schweizer doppelt so häufig ab wie die Deutschen, Franzosen oder Italiener. Besonders beliebt sind Flüge auf die Ferieninsel Mallorca. Wie stark belastet dieser Flug das Klima verglichen mit einer Zugfahrt von Bern in die Provence?

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Legende: Flugzeug verbraucht 10mal mehr Co2 Nach Südfrankreich mit Zug, Auto oder Flugzeug: Klimabilanz. SRF

«Kassensturz» bestellt beim Beratungsunternehmen ESU-services eine Klimabilanz. Umweltnaturwissenschaftlerin Regula Keller ist auf solche Berechnung spezialisiert. Die Expertin kalkuliert wie klimaschädlich ein bestimmtes Reiseszenario ist.

Zur Klimaänderung tragen verschiedene Gase bei. Um sie vergleichen zu können, wird ihr Effekt mit demjenigen von CO2 verglichen und in CO2-Äquivalenten angegeben.

Ans Meer mit Flug oder Zug

Die Reise mit dem TGV-Zug nach Marseille verursacht einen Ausstoss von umgerechnet 19 Kilo CO2 pro Person. Der Flug nach Mallorca stösst pro Person dagegen 665 Kilo Treibhausgase aus, 35 mal so viel.

Wer mit einem Umsteigeflug nach Mallorca reist, belastet das Klima nochmals fast doppelt so stark. Gemäss Einschätzung des WWF sind diese 1,2 Tonnen CO2-Äquivalente etwa so viel, wie ein Durchschnittsschweizer mit einem Auto pro Jahr ausstösst.

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Legende: Klimabilanz-Vergleich Zug oder Flug Zweimal ans Meer: Mit Zug nach Marseille oder mit Flieger nach Mallorca. SRF

Solche Flüge mit Umsteigen mögen preislich attraktiv sein, fürs Klima sind sie schlecht, weiss Regula Keller von ESU-services: «Bei jedem Start muss das Flugzeug mit viel Energie beschleunigt und auf mehrere Kilometer Höhe transportiert werden.» Ausserdem sind Strecken von Umsteigeflüge länger, das braucht mehr Treibstoff.

Zug, Car, Auto und Flugzeug im Klimavergleich

Um zu zeigen, welchen Einfluss verschiedene Verkehrsmittel aufs Klima haben, macht «Kassensturz» den Direktvergleich. Nach Marseille in Südfrankreich gelangt man mit verschiedenen Verkehrsmittel: Auto, Flugzeug, Zug oder Reisecars. «Kassensturz» liess von der Experten von ESU-services berechnen, wie klimaschonend diese diversen Verkehrsmittel sind.

Der TGV hängt alle ab: Die umgerechnet 19 Kilogramm CO2-Äquivalenten pro Kopf für die Reise nach Südfrankreich sind konkurrenzlos. Auf Platz zwei folgt der Reisecar mit einem Ausstoss von 64 Kilogramm pro Kopf. Beim Auto sind es 96 Kilo Treibhausgase pro Insasse.

Vorausgesetzt im Auto sitzen vier Personen, betont Regula Keller: «Doppelt so viele Autoinsassen, bedeutet halb so viele Emissionen.»

Auf dem letzten Platz in der Klimabilanz landet der Flug nach Marseille. Das Flugzeug nach Südfrankreich stösst 12 x soviel Treibhausgas aus, wie der Zug. Bei solchen Ferien kann sich das Klima nicht erholen, im Gegenteil.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan Weibel, 8102 Oberengstringen
    Angesichts, dass Frankreich die meisten Atomkraftwerke besitzt in Europa und zugleich sehr viele dreckschleudernde Kohlekraftwerke noch in betrieb hat, ist Euer erschienener Artikel nicht sehr authentisch und korrekt. Zugfahren ist nicht umweltfreundlicher als fliegen oder z. Bsp. Auto fahren. Wer immer noch an den Slogan glaubt: ''der kluge fährt im Zuge'', der soll bitte nochmals die Schulbank drücken. Kein Verkehrsmittel, ausser der eigenen Muskelkraft des Menschen, ist umweltfreundlich.
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  • Kommentar von Stefan Weibel, 8102 Oberengstringen
    Angesichts, dass Frankreich die meisten Atomkraftwerke besitzt in Europa und zugleich sehr viele dreckschleudernde Kohlekraftwerke noch in betrieb hat, ist Euer erschienener Artikel nicht sehr authentisch und korrekt. Da bekanntlich der Zug auch Strom braucht und dieser nicht vom Himmel fällt, ist zugfahren nicht umweltfreundlicher als fliegen oder z. Bsp. Auto fahren. Wer immer noch an den Slogan glaubt: ''der kluge fährt im Zuge'', der soll bitte nochmals die Schulbank drücken.
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  • Kommentar von Walter Meinen, 8820
    Sehen wir es realistisch. Der Staat unterstützt gerade den Flugverkehr. Keine Treibstoffzölle, kein Zoll am Flughafen, Subventionen an Pisten und Sicherheit. Lärmgrenzwerte und Umweltgesetze werden ignoriert, Gebühren möglichst aufgehoben oder sogar vom staatlichen Fernsehen angeprangert. Weshalb? Nun, die Lobby in Bern ist gut bezahlt. Blöd wer nicht ein Schnäppchen macht und sich um die Umwelt kümmert - oder? Wer für gegen billigen Flugverkehr ist und die teurere Bahn nimmt, hebe den Daumen.
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