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Umwelt und Verkehr Flugtickets: «Der Preisvergleich bleibt kompliziert»

Wer online einen Flug bucht, muss von Anfang an den Endpreis sehen. Das bestätigt ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs. Allerdings verlangen die Fluggesellschaften nun individualisierte Zuschläge.

Legende: Audio «Flugtickets: «Preisvergleich bleibt kompliziert»» abspielen. Laufzeit 3:03 Minuten.
3:03 min, aus Espresso vom 16.01.2015.

Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass Airlines bei Flugpreisen im Internet von Anfang an den Endpreis bekannt geben müssen. Dieser Entscheid gilt auch für Onlineportale, welche Flüge verkaufen.

Für Sara Stalder von der Stiftung für Konsumentenschutz geht das Urteil des Europäischen Gerichtshof in die richtige Richtung, es werde die Flugpreisgestaltung aber nicht revolutionieren.

Sie kritisiert, dass die Fluggesellschaften schon einen Schritt weiter gehen: «Der Flugpreis ist zwar vergleichbar, dafür werden individuelle Gebühren wie zum Beispiel Kosten für einzelne Gepäckstücke verlangt. Das macht das Vergleichen wieder kompliziert.»

Unübersichtliche Internetseiten

Beim Ombudsmann der Schweizer Reisebranche sind in der Vergangenheit Klagen über Flugpreise eingegangen. «Dabei störte sich ein Passagier an der hohen Kreditkartengebühr, welche erst ganz am Schluss des Buchungsprozesses sichtbar wurde», sagt der Ombudsmann Franco Muff.

Allerdings gibt Muff zu bedenken, dass man sich über die Kreditkarengebühr bereits vor der Buchung informieren kann. «Doch nicht alle Websites sind gleich übersichtlich. Da gibt es grosse Unterschiede.» Man könne jedoch auch am Schluss noch Aussteigen, bevor man bezahle, sagt Muff.

Für 19 Franken nach London?

Vor einigen Jahren buhlten Billig-Airlines mit Schnäppchenpreisen um Kunden. So suggerierte die Werbung, dass man für 19 Franken nach London fliegen könne. Dann kamen allerdings allerlei Zuschläge wie Flughafentaxen, Lärmgebühren oder Kerosinzuschläge dazu, so dass sich der Preis massiv verteuerte. Bei Onlinebuchungen war erst ganz am Schluss sichtbar, wieviel ein Flug wirklich kostet.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Ruedi, Stäfa
    Kreditkartengebühren lehne ich nicht grundsätzlich ab. Allerdings nur, wenn sie in % des Flugpreises (easyJet, Ryanair) abgerechnet werden. Pauschal wie bei Swiss ist nicht in Ordnung. Zudem werden sie nur für Abflüge ab gewissen Ländern erhoben. Es gibt Airlines (wie z.B. TAP) , da kann man auf eine andere Landesseite umschalten (TAP Spanien) und zahlt dann keine oder tiefere Kreditkartengebühren. Die Preise sind diesselben. Bei Swiss z.B. geht das nicht, nur wenn man auch ab Spanien fliegt.
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  • Kommentar von Roli Meier, Ebmatingen
    Was hat dieses Urteil für die CH für eine Bedeutung? Unterstehen unsere Firmen dieser Gerichtsbarkeit in Luxembourg? Und die Regel, dass in der CH Flugpreise nur inkl. aller Gebühren ausgewiesen werden müssen, ist doch schon lange Gesetz in der CH.
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    1. Antwort von Ruedi, Stäfa
      Es hat insofern eine Bedeutung, dass die meisten Onlineportale in der EU domiziliert sind inkl. Airlines.
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  • Kommentar von Kurt E. Müller, Zürich
    Überrissene Kreditkartengebühr am Schluss ... "Man könne jedoch auch am Schluss noch Aussteigen, bevor man bezahle, sagt Muff." Sehr witzig. Wer sich für einen Flug entschlossen und durchgeklickt hat, wer Personalien inkl. Passnummer und einiges mehr mühsam eingetippt hat, wird am Schluss eben nicht mehr aussteigen, sondern frustriert bezahlen. Manchmal merkt man auch erst beim Einchecken am Flughafen, dass man einen Flug ohne Gepäck gebucht hat. Abzockerei.
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    1. Antwort von Ruedi, Stäfa
      Wenn die Kreditkartengebühr nicht zu Beginn sichtbar ist mache ich "Probebuchungen", dh. ich gebe dsff und so ein bis ich zur Gebühr gelange. Dann buche ich oder suche weiter. Passnr. ist bei der Buchung in der Regel noch nicht gefragt. Ob Aufgabe-Gepäck zusätzlich kostet lässt sich heute im voraus einfach feststellen. Es ist dies in der Regel bei den sog. "Billigfliegern" der Fall und auch bei der AF/KLM-Gruppe. Einchecken im Internet, dann ist dass allfällige Gepaöck billiger.
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