Gestohlene Velos an Börsen

Immer wieder werden an Velo-Börsen auch gestohlene Velos angeboten. An verschiedenen Börsen ist weshalb die Polizei im Einsatz. Sie vergleicht Rahmennummern und zieht gestohlene Velos aus dem Verkehr. Was passiert aber, wenn Sie aus Versehen ein gestohlenes Velo kaufen? «Espresso» klärt auf.

Velo

Bildlegende: SRF

Die Vorteile einer Velo-Börse sind klar: grosse Auswahl und tiefe Preise. Man geht jedoch auch ein Risiko ein, wenn man ein Velo dort kauft. Laut Simona Benovici von der Kantonspolizei Bern ist es äusserst schwierig, ein gestohlenes Velo zu erkennen: «Wenn der Preis massiv über- oder unterschritten wird und nicht marktüblich ist, dann sollte man aber stutzig werden.»

Sollte sich nach dem Kauf an der Börse herausstellen, dass das Velo gestohlen wurde, könnte man in Schwierigkeiten kommen, sagt Marco Bisa von der Stadtpolizei Zürich: «Wenn man in eine Polizeikontrolle kommt, erstellt die Polizei wegen Hehlerei einen Rapport. Schlussendlich entscheidet dann die Staatsanwaltschaft, ob ein Verfahren eröffnet wird oder nicht.»

Problematisch wird es vor allem dann, wenn man ein Velo kauft, dessen Herkunft nicht ganz klar ist. Marco Bisa: «Man sollte sich beim Kauf Unterlagen zeigen lassen und eine Quittung verlangen.» Wenn man den Namen und die Adresse des Verkäufers kennt, dann kann man sich bei Problemen und Fragen an ihn wenden.

Gefahr: Velo weg und Geld weg

Hat der Bestohlene Strafanzeige eingereicht, kann die Polizei das Velo auch beschlagnahmen. Zusätzlichen Ärger gibt es, wenn sich der Verkäufer weigert, einem das Geld zurückzubezahlen. Dann steht man, je nach Velo-Börse, alleine da und muss den Verlust auf sich nehmen.

Bei «Pro Velo beider Basel» wäre man jedenfalls nicht bereit, dem Geschädigten etwas zu bezahlen, sagt Geschäftsführer Roland Chrétien: «Das liegt nicht in unserer Verantwortung. Wir sind nur Übermittler und nicht in den Kaufvertrag eingebunden. Dies machen wir aber allen Personen so bekannt.»

Velo-Börsen begrüssen vermehrte Kontrollen

Viele Börsenveranstalter sagten gegenüber «Espresso», dass sie Polizeipräsenz an den Börsen begrüssen. Nicht überall ist dies jedoch möglich. Der Geschäftsführer von «Pro Velo Zürich», Dave Durner: «Wir hätten gerne, wenn die Polizei bei uns mehr Präsenz zeigen würde. Diese hat insbesondere hier im Kreis 4 aber viel anderes zu tun.» Die Polizei mache aber immer wieder mal Kontrollgänge.

«Pro Velo beider Basel» notiert sich vor der Börse alle Rahmennummern der Velos und leitet sie der Staatsanwaltschaft weiter. Leider erst nach der Börse. Sie verspricht sich aber zumindest eine abschreckende Wirkung davon.

Im Kanton Bern kontrolliert die Polizei alle Velos vor der Börse und sie macht auch währenddessen Stichkontrollen. An der Velo-Börse in Burgdorf zog die Polizei deshalb dieses Jahr rund ein Dutzend Velos aus dem Verkehr.

Erfolgreich kaufen an der Velo-Börse

Der Kauf an einer Börse birgt jedoch ein gewisses Risiko: Nicht jedem Velo sieht man auf den ersten Blick an, ob es intakt ist. Unter den angebotenen Velos befinden sich teils auch beschädigte Fahrzeuge. «Espresso» gibt Tipps, wie Sie ein passendes Velo finden.