Greenpeace kritisiert WWF-Fisch-Label

Seit mehr als zwei Jahren spricht der WWF von dem neuen Fisch-Label ASC, das nachhaltige Fischzuchten auszeichnet. Nun kommt es in die Regale. Doch andere Umwelt-Organisationen halten nicht viel davon.

Fischer auf Boot

Bildlegende: ASC ist das Pendant zum bereits bekannten MSC-Label für Fische aus Wildfang Colourbox

85 Prozent der Wildfisch-Bestände werden heute übernutzt oder stehen kurz davor. Der Ruf nach Fisch aus Aquakulturen wird deshalb laut. Dessen Anteil liegt heute bereits bei fast 50 Prozent, teilt WWF Schweiz mit. Doch mit Zuchten wachsen auch Umweltprobleme: Die Gewässer werden mit Chemikalien und Antibiotika verschmutzt. Wertvolle Mangrovenwälder - Kinderstube vieler Fischarten - werden für die Aquakulturen gerodet. Auch der vermehrte Einsatz von Fisch-Öl und -Mehl als Futter trägt zur Überfischung bei.

ASC zeichnet ökologisches Züchten aus

ASC steht für «Aquaculture Stewardship Concil» und ist das Pendant zum bereits bekannten MSC-Label für Fische aus Wildfang. Die nachhaltig produzierenden Zuchten, verdrängen keine einheimische Fischarten und belasten die Gewässer nicht. Ihre Produkte sollen durch das neue ASC-Label zu erkennen sein.

Umwelt-Organisationen nicht einig

«Der WWF kommt der Fischindustrie viel zu sehr entgegen», tönt es aus den Reihen des Tierschutzvereins Fair Fish. Für das Wohl der Tiere werde zu wenig gesorgt. In eine ähnliche Kerbe schlägt die Umweltorganisation Greenpeace.

Beim WWF rechtfertigt man sich. «Bei ASC handelt es sich um eine Kompromisslösung», sagt Mariann Breu, die bei der Umweltorganisation für den Bereich Seafood zuständig ist. Und bei einem Kompromiss sei Kritik zu erwarten.

Diesen Sommer kommt als erstes die Fischsorte Tilapia mit ASC-Label in die Schweizer Läden. Als nächstes sollen dann Pangasius, Lachs und Muscheln folgen.