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Umwelt und Verkehr Handy-Fummeln am Steuer: Viel teurer als 100 Franken!

Wer meint, ein Telefongespräch ohne Freisprechanlage im Auto koste immer 100 Franken Busse, der täuscht sich. Sobald auch ein Sms gelesen, oder eine Nummer gesucht wird, kann es sehr viel teurer werden und sogar den Ausweisentzug bedeuten.

Legende: Audio Handy-Fummeln am Steuer: Viel teurer als 100 Franken! abspielen. Laufzeit 04:31 Minuten.
04:31 min, aus Espresso vom 22.05.2014.

Viele Autofahrerinnen und Autofahrer waren wahrscheinlich schon einmal in der Versuchung, schnell in der Kolonne das Handy zu zücken, oder sogar während der Fahrt kurz eine Nummer einzustellen. Im Hinterkopf immer: Wenn ich erwischt werde, kostet es halt 100 Franken.

Falsch! Es kann eben sehr schnell ein Vielfaches davon kosten und weitere Konsequenzen nach sich ziehen. Das kann bedeuten, dass man den Fahrausweis abgeben muss. Dies fällt dann unter die sogenannten Administrativmassnahmen.

«Massnahmen nehmen ganz eindeutig zu»

Dass es immer häufiger zu solchen Massnahmen kommt, beobachtet auch der Abteilungsleiter Administrativmassnahmen im Strassenverkehrsamt des Kantons Graubünden, Claudio Reich.

Er erklärt gegenüber dem SRF1-Konsumentenmagazin«Espresso»: «Das nimmt ganz eindeutig zu. Die neuen Geräte sind multifunktional, wir haben SMS, wir haben whatsApp und Telefonie, und das führt dazu, dass die Leute das mehr brauchen, leider auch im Strassenverkehr. Und so kommt es zu mehr Verzeigungen durch die Polizei und in der Folge dann auch zu mehr Anordnungen auf Ausweisentzug unsererseits.»

«Ich wollte schnell meinem Bruder gratulieren»

Ein «Espresso»-Hörer kam auf die Welt, als ihn ein Polizist beim Telefonieren erwischte. Im Hinterkopf habe er tatsächlich einfach die 100 Franken Busse gehabt, die er bewusst in Kauf genommen hatte.

Ein Polizist hatte ihn aber dabei beobachtet, wie er während der Fahrt die Nummer in den Kontakten suchte und anschliessend telefonierte. «Mein Bruder hatte Geburtstag und ich wollte ihm gratulieren. Ich wartete zwar extra, bis ich eine kurvenreiche Strasse hinter mir hatte, bevor ich telefonierte.»

Keine Ordnungsbusse, sondern eine Verzeigung

Dann folgte der Schock für den Autofahrer: Weil er an seinem Handy noch herumhantiert habe, müsse er nun auf ein Urteil durch den Richter warten, erklärte ihm der Polizist. Der Tatbestand wird an die zuständige Justizbehörde weitergeleitet und dort entscheidet ein Richter über die Höhe der Busse oder über die Geldstrafe.

Im konkreten Fall vom «Espresso»-Hörer beträgt die Busse 300 Franken, dazu kommen noch Schreibgebühren von 350 Franken, macht 650 Franken.

Möglicherweise noch eine Administrativmassnahme

Für den «Espresso»-Hörer ist der Fall aber damit noch nicht erledigt. Noch wartet er auf Bescheid vom kantonalen Strassenverkehrsamt. Denn hier muss sein Fall noch einmal geprüft werden, ob er allenfalls seinen Fahrausweis für eine gewisse Zeit abgeben muss, oder ob er mit einer Verwarnung davon kommt.

17 Kommentare

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