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Umwelt und Verkehr Neuer Schub für Getränkekarton-Recycling

Was bei PET, Papier und Glas schon selbstverständlich ist, soll auch für Getränkekartons gelten: Sie sollen ins Recycling wandern. Bis 2018 wollen verschiedene Organisationen und Gemeinden ein entsprechendes Entsorgungs-System einführen. Der Detailhandel ist allerdings nicht begeistert.

Legende: Audio Neuer Schub für Getränkekarton-Recycling abspielen. Laufzeit 3:33 Minuten.
3:33 min, aus Espresso vom 19.05.2014.

Vorerst ist es lediglich eine Absichtserklärung: In der Schweiz sollen Rahmenbedingungen geschaffen werden für ein Getränkekarton-Recycling. Darauf haben sich vergangene Woche verschiedene Gemeinden und Organisationen geeinigt. Bis Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten ihre Getränkekartons aber sammeln können wie Glasflaschen, dürfte es aber noch einige Zeit dauern.

Vorgezogene Gebühr auf Getränkekartons?

«Wir stellen uns vor, dass so ein System bis 2018 umgesetzt werden könnte», sagt Raymond Schelker, Geschäftsführer des Vereins Getränkekarton-Recycling im Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF1. Zuerst soll nun ein Finanzierungsmodell ausgearbeitet werden.

«Es wird vermutlich auf einen vorgezogenen Recycling-Betrag hinauslaufen», meint Schelker. Ob Kundinnen und Kunden diesen direkt am Portemonnaie zu spüren bekommen, ist offen. «Das wird davon abhängen, wie der Detailhandel einen solchen Betrag in seine Preiskalkulation einbeziehen wird.»

Skepsis beim Detailhandel

Von «Espresso» angefragt, äussert sich der Detailhandel zurückhaltend: «Der ökologische Nutzen von Getränkekarton-Recycling ist nicht belegt», sagt Patrick Marty, Mediensprecher der Interessengemeinschaft Detailhandel Schweiz. «Unsere Ökobilanzen stellen dem Getränkekarton – unabhängig vom Recycling – grundsätzlich gute Noten aus. Der Beitrag, welcher ein Recycling an den Umweltschutz leisten könnte, wäre jedoch sehr gering. Darum stehen wir einem solchen System zum heutigen Zeitpunkt eher kritisch gegenüber.»

Ganz verschliessen will sich der Detailhandel aber nicht. Patrick Marty sagt, «sollte ein explizites Kundenbedürfnis bestehen, Getränkekartons zurückgeben zu können, ist vorstellbar, dass der Detailhandel gewisse Leistungen anbieten würde.»

6 Kommentare

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  • Kommentar von Pankraz Mai, SG
    "Der Detailhandel ist allerdings nicht begeistert." - Das überrascht mich gar nicht, der Detailhandel ist am Verkauf interessiert!
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  • Kommentar von Walter Zimmermann, Rapperswil-Jona
    Ist es ökologisch tatsächlich sinnvoll, wegen ein paar Kartons mit dem Auto 4 km zu fahren und dann noch 30 Franken/J zu zahlen?? Immerhin zahlen wir Abfall- und Kehrtichtsackgebühren. Persönlich nur doppelte Mehrkosten statt Anreiz. Kehrichtsäcke brauche ich nie zusätzlich.
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  • Kommentar von Barbara von Grünigen, Steffisburg
    Liebes Espresso Wir in Steffisburg können bei der Landi Steffisburg bereits diese Getränkekarton Sammelstelle benutzen und ich finde das toll! Alle sollten sich mit unserem enormen Abfallberg auseinander setzten besonders der Detailhandel!! Wir könnten noch viel mehr machen, aber das Hygiene Gesetzt lässt nicht alles zu! Zum Beispiel beim Metztger das Fleisch im eigenen Tupperware einkaufen oder auch in der Käserei!
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