Nie mehr Minibar-Wägelchen im Zug?

Die SBB führt seit April einen Versuch durch und verzichtet auf gewissen Strecken auf die Minibar. Reisende müssen sich im Speisewagen mit Verpflegung eindecken. Die SBB versprechen sich davon mehr Effizienz im Gastrobereich. Noch vor 30 Jahren wurde der Minibar-Service als Umsatz-Maschine gefeiert.

Stewart mit Minibar bedient einen Zugpassagier

Bildlegende: Dieser Service steht in verschiedenen Zügen der SBB nicht mehr zur Verfügung. Keystone

Der Minibar-Service in Schweizer Zügen wurde 1951 eingeführt – in Zügen, die keinen Speisewagen hatten. Ein Beitrag im SRF-Radioarchiv zeigt auf, wie das Geschäft 1982 lief: Die damalige Schweizerische Speisewagengesellschaft (SSG) machte etwa die Hälfte ihres Umsatzes mit Minibars, die andere mit Speisewagen.
Die Minibars der SSG führten damals nicht nur Getränke und Sandwiches, sondern auch Frühstück, Lunchpakete und Raucherwaren. «Ein Vergleich zu heute lässt sich nicht machen», sagt SBB-Sprecher Christian Ginsig. «Das Konsumverhalten hat sich komplett verändert. Heute decken sich die Kundinnen und Kunden bereits vor dem Besteigen des Zugs mit Getränken und Snacks ein.»

Seit Beginn der Bahngastronomie sei das Geschäft defizitär, ähnlich wie der Gepäckservice, erklärt Ginsig weiter. «Es ist ein Service, den wir anbieten, auch wenn wie damit nie kostendeckend sind».