Noch hapert es mit der Holzdeklaration

Seit drei Jahren muss in der Schweiz bei Holz deklariert werden, woher es kommt und um welche Holzart es sich handelt. Kontrollen zeigen aber, dass es bei der korrekten Deklaration in den Geschäften oft noch hapert.

Woher kommt das Holz des Esstisches oder des Kleiderschranks? Vor der Einführung der Deklarationspflicht 2012 tappten die Kunden im Dunkeln. Man wusste nicht, ob das Holz des Esstisches aus illegal gerodetem Holz stammte. Mit der Deklarationspflicht von Holzart und Herkunftsland sollten die Konsumenten transparenter informiert werden.

Ob Holzmöbel oder Bretter korrekt deklariert sind, überprüft das eidgenössische Büro für Konsumentenfragen (BFK). 2014 führte es bei 90 Schweizer Unternehmen Kontrollen durch. Diese zeigten, dass die Deklarationspflicht bei Möbelhäusern, Baumärkten oder Schreinereien nicht immer korrekt ist.

Bei rund 90 Prozent der kontrollierten Produkte war zwar die Holzart richtig angegeben. Die Herkunft des Holzes zum Beispiel «Birke, Schweden» waren jedoch nur noch 40 Prozent der Möbel, Bretter oder Leisten korrekt vermerkt.

Deklaration ist fehleranfällig

Fabian Reusser ist beim BFK für die Holzdeklaration zuständig und sagt, dass es bei den Möbelhäusern und Baumärkten viele Fehlerquellen gebe: «Am sichersten ist es, wenn die Herkunft gleich auf dem Produkt aufgeführt ist. Vielfach ist die Herkunft des Holzes auf einem Schild oder Zettel neben dem Produkt vermerkt. Wenn die Möbelausstellung umgestellt wird, dann geht der Zettel verloren oder die Angaben werden vertauscht.»

Darum hat das BFK in diesem Jahr vermehrt Nachkontrollen durchgeführt. Bussen wurden bis jetzt aber noch keine ausgesprochen.

Der WWF setzt sich schon seit Jahren für eine Deklaration von Holz ein, um das illegale Abholzen von Tropenwälder zu verhindern. Für WWF-Mediensprecherin Corina Gyssler, ist das Resultat der Kontrolle bedenklich: «Das ist ein schlechtes Resultat, welches zeigt, dass die Holzdeklarationspflicht noch nicht genügend umgesetzt ist.»

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Bildlegende: Das FSC-Label steht für nachhaltige Waldwirtschaft. zvg

Die Händler scheuten offenbar den Mehraufwand, um Holzwaren korrekt zu deklarieren, so die Vermutung des WWF.

Holz mit FSC-Label wählen

Wenn das Holz korrekt deklariert ist, heisst das allerdings noch lange nicht, dass es nicht aus illegal gerodeten Wäldern stammen kann.

Laut WWF ist bei Holz aus Ländern wie Finnland, Russland, Rumänien, Kanada, China sowie tropischen Ländern wie Südostasien Vorsicht geboten. Gyssler: «Nur FSC-zertifiziertes Holz kann bis ins Ursprungsland zurückverfolgt werden. Der WWF empfiehlt darum, solches Holz zu kaufen.»