ÖV-Verband: «Teurere Billete sind OK»

Die Kosten der Bahnreisenden stiegen seit 1990 deutlich stärker als jene der Autofahrer. Das zeigt eine Untersuchung des Preisüberwachers.

Strasse

Bildlegende: Zug oder Auto, das ist die Frage. Keystone

Bern - Zürich retour, 2. Klasse für 50 Franken: Was heute wie ein Schnäppchen klingt, kostete 1990 tatsächlich soviel. Heute verlangen die SBB fürs gleiche Ticket 98 Franken, praktisch das Doppelte.

Massiv aufgeschlagen haben laut den Berechnungen des Preisüberwachers auch die Preise für Halbtax und GA: «Insgesamt wurden Bahnreisen für die Konsumenten seit 1990 rund 80 Prozent teurer.»

Der Preisüberwacher nahm für die gleiche Periode auch die Preisentwicklung fürs Autofahren unter die Lupe. Diese Kosten stiegen um 30 Prozent, dieser Zuwachs entspricht in etwa der Teuerung.

Schienenverkehr büsst an Attraktivität ein

Aus finanzieller Sicht habe der Schienenverkehr gegenüber dem Strassenverkehr klar an Boden verloren. Gegenüber «Espresso» skizziert Preisüberwacher Stefan Meierhans mögliche Konsequenzen: «Die Bahnpendler könnten aufs Auto umsteigen und die ohnehin verstopften Strassen weiter verstopfen.»

VöV rechtfertigt Steigerung der Bahnpreise

Der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) taxiert die Studie des Preisüberwachers im Konsummagazin «Espresso» als «gute Arbeit». Die beschriebene Preisentwicklung sei Tatsache, aber auch Konsequenz des Leistungsausbaus.

VöV-Direktor Ueli Stückelberger betont: «Die Bahnen fahren heute häufiger und schneller und taugen auch als mobile Arbeitsorte.» Diesen Leistungsausbau würden auch die Bahnkunden honorieren, rechnet Ueli Stückelberger vor: «Zwischen 1990 und heute hat sich die Zahl der verkauften Generalabonnemente versiebenfacht - von 59'000 auf 442‘000.»

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Zugfahren ist teurer als Autofahren

4:03 min, aus 10vor10 vom 2.7.2013