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Umwelt und Verkehr Parkplatzsuche mit dem Smartphone: sinnvoll?

Besonders zu Stosszeiten ist es in Städten oft schwierig einen freien Parkplatz zu finden. Mit Apps für Smartphones soll dies der Vergangenheit angehören. «Espresso» hat die Angebote unter die Lupe genommen.

Park-App Parku
Legende: Park-Apps sollen die Parkplatzsuche erleichtern. Parku

Zwei Jungunternehmen sind seit Anfang Jahr besonders aktiv: Die Firmen «Park it» und «Parku». Beide wollen private Parkplätze und Firmenparkplätze besser auslasten und den Parkplatz-Suchenden zur Verfügung stellen.

Dabei sind sie auf die Mitwirkung der Parkplatz-Besitzer angewiesen. Ertan Wittwer von «Parku»: «Wir schicken Aussendienst-Mitarbeiter in Gebiete mit Parkplatz-Problemen. Diese gehen dann in die Geschäfte und überzeugen diese davon, ihre Parkplätze dann freizugeben, wenn sie nicht gebraucht werden.» Mittlerweile bietet «Parku» in der Umgebung Zürich rund 130 Parkplätze an. Die meisten davon sind Firmenparkplätze und werden am Abend vermietet.

Die Konkurrenzfirma «Park it» hat rund 300 Parkplätze im Angebot. Die meisten sind laut Mitgründer Fabian Weber Parkplätze von Privatpersonen. «Es muss doch möglich sein, all die leerstehenden, gelben Parkplätze effizient zu nutzen.»

Besitzer können Parkplatzmiete selber bestimmen

Beide App-Anbieter lassen die Parkplatz-Besitzer den Mietpreis selber bestimmen. Bei «Park-it» beträgt dieser laut Fabian Weber derzeit zwischen 1.50 und 3.30 Franken pro Stunde. Bei «Parku» kostet ein Parkplatz im Schnitt 3 Franken pro Stunde. Die Preise variieren aber je nach Anbieter. Der Besitzer darf rund zwei Drittel seiner Einnahmen behalten, der Rest geht an die App-Firmen.

Derzeit laufen beide Apps hauptsächlich in der Region Zürich. Beide Unternehmen wollen jedoch in absehbarer Zeit in andere Grossstädte expandieren.

Rechtliche Fragen zur Nutzung von Privatparkplätzen

In Bern gibt man sich gegenüber der elektronischen Parkplatzsuche skeptisch. Gemäss dem leitenden Verkehrsplaner Hugo Staub wurde privater Parkraum in der Regel für ganz bestimmte Zwecke bewilligt: «Es ist nicht statthaft, einen Parkplatz, welcher für eine Wohnung bewilligt wurde, als öffentlichen Parkplatz zu vermarkten. Da stellen sich verkehrsplanerische und rechtliche Fragen.»

Auch in der Stadt Zürich beobachtet man die elektronische Parkplatzsuche mit Skepsis. Laut Pio Sulzer vom Tiefbau- und Entsorgungsdepartement dürfen von «Park it» und «Parku» keine Parkplätze angeboten werden, welche privat sind und auch nur so genutzt werden können. «Es ist problematisch, weil dies zu Mehrverkehr führt. Wir wollen die Wohnquartiere vor dieser zusätzlichen Belastung schützen.» Die Stadt Zürich sei jedoch im Gespräch mit den Jungunternehmern. Derzeit seien aber die wenigen hundert Parkplätze zu wenig, um Kontrollen durchzuführen. «Wir schiessen nicht mit Kanonen auf Spatzen», so Sulzer.

Die beiden App-Anbieter «Park it» und «Parku» haben sich laut eigenen Aussagen rechtlich abgesichert. Auch das Argument mit dem Mehrverkehr lassen sie nicht gelten. Ertan Wittwer von «Parku»: «Die Leute gehen sowieso mit dem Auto in die Stadt. Wenn sie schneller einen Parkplatz finden, dann müssen sie weniger Runden drehen – und es gibt weniger Verkehr.»

4 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan Gerber, Bettwiesen
    300 Parkplätze? ich habe gerade mal 30 gesehen! Was soll das??? Schlecht !
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    1. Antwort von Melanie Steiner, Zürich
      Naja, also bei ParkU zähle ich gerade mal 18 Parkplätze. Finde diesen Parkplatz-App Hype etwas übertrieben. Versteh nicht ganz warum nach Parkit immer mehr Parkplatz-Apps auftauschen. Zähle mittlerweise 4... als würde man zum Parkieren mehrere App nutzen. Totaler Schwachsinn. Tut euch mal lieber zusammen,... ihr wollt doch schliesslich alle so effizient sein.
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  • Kommentar von Urs, Widmer
    Finde die Idee grossartig - bin als eher umweltbewusster Mensch (der trotzdem manchmal mit dem Auto in die Stadt muss) sehr dafür, dass man den wenigen Platz in der Stadt optimal nutzt. Also am besten: Öffentliche Parkplätze abbauen, stattdessen Grünflächen fördern und das Sharing-System breit einführen, sodass der Parkraum durch alle effizient genutzt werden kann. Anstatt verbieten sollte die Stadt im Gegenteil private zwingen, hier mitzumachen :)
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  • Kommentar von Paul Bannwart, Appenzell
    Es werden heute mehr Android-Smartphone verkauft als I-Phone. Wenn das auch für Android-Handys programmiert wird ist es eine Super-Sache.
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