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Umwelt und Verkehr Pendler sollen mehr für Parkplatz zahlen

Wer in Luzern arbeitet und sein Auto auf einem öffentlichen Parkplatz abstellt, soll in Zukunft 200 Franken mehr für die Jahresparkkarte bezahlen als Anwohner. Eine Umfrage zeigt: Auch andere Städte bitten bei den Parkgebühren die Pendler stärker zur Kasse. Den Automobilclub der Schweiz ärgert das.

Legende: Audio Pendler sollen für Parkplatz mehr zahlen abspielen. Laufzeit 13:00 Minuten.
13 min, aus Espresso vom 05.06.2014.

Einheimische werden bevorzugt - zumindest was den Kauf einer Jahresparkkarte betrifft. Der Stadtrat von Luzern will, dass Stadtbewohner für eine Jahresparkkarte 600 Franken zahlen, Auswertige sollen dafür 800 Franken hinblättern.

Der zuständige Luzerner Stadtrat Adrian Borgula bezeichnet diese Massnahme gegenüber dem Konsumenten-Magazin «Espresso» von Radio SRF 1 als eine Art Lenkungsabgabe: «Die Jahresparkkarten für Parkplätze in Randgebieten werden zur Hälfte von Auswärtigen genutzt. Dies wollen wir nicht weiter fördern, darum die Preiserhöhung.»

Eine Umfrage von «Espresso» ergab, auch andere Städte bevorzugen Einheimische:

  • In St. Gallen bezahlen Auswärtige für die Monatskarte in der erweiterten Blauen Zone 128 Franken. Anwohner nur 30 Franken.
  • In der Stadt Biel zahlen Auswärtige für eine standortbezogene Dauerparkkarte 528 Franken pro Jahr, Anwohner bezahlen nur 264 Franken.
  • Auch die Stadt Basel bittet die auswärtigen Autofahrer zur Kasse. Die sogenannte Pendlerparkkarte kostet 740 Franken pro Jahr und ist an bestimmte Bedingungen geknüpft.

Ganze Quartiere zuparkiert

«Wir hatten bis jetzt in der ganzen Stadt weisse Parkfelder, auf welchen unbeschränkt parkiert werden konnte. Pendler parkierten ganze Quartiere zu», sagt Martin Weibel, Abteilungsleiter Verkehrstechnik im Bau- und Verkehrsdepartement der Stadt Basel.

Darum habe Basel letztes Jahr begonnen, die weissen Parkfelder in blaue Zonen umzumarkieren und eine Parkplatzbewirtschaftung einzuführen. Die Pendlerparkkarte kostet gleich viel wie ein Jahresabo für den öffentlichen Verkehr. «So wollen wir die Autofahrer dazu motivieren, auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen.»

Auch in St. Gallen sind die Parkgebühren für Auswärtige an die Kosten für den öV geknüpft, wie Heinz Indermaur, Leiter Direktionssekretariat Soziales und Sicherheit der Stadt St. Gallen sagt: «Die Parkgebühr ist bewusst höher angesetzt, als ein Monatsabo für Bus und Zug kosten würde.»

ACS kritisiert Zuschlag für auswärtige Autopendler

Mathias Ammann, Zentralpräsident des Automobilclubs der Schweiz (ACS) kritisiert, dass Auswärtige beim Parkieren benachteiligt werden: «Wir sind klar gegen eine solche Unterscheidung. Eine Stadt muss für alle Arbeitnehmer attraktiv sein. Auch Autopendler tragen zum Wohlstand einer Stadt bei.»

Er hat auch rechtliche Bedenken gegenüber der Bevorzugung von Einheimischen gegenüber Auswärtigen. «Wir werden bei der Stadt Luzern ganz sicher unsere Meinung deponieren.»

Es gibt aber auch Städte wie Bern, Zürich oder Winterthur, die gar keine Jahresparkkarten für Auswärtige anbieten. In diesen Städten können Auswärtige nur Tagesparkkarten lösen. Diese kosten für alle gleich viel. Für den ACS ist dies ein politischer Entscheid, den jede Stadt selber treffen müsse.

Der Preisüberwacher Stefan Meierhans musste in der Vergangenheit immer wieder zu Parkgebühren Stellung nehmen. Grundsätzlich findet er die Unterscheidung zwischen Einheimischen und Auswärtigen problematisch, sagt er gegenüber «Espresso».

Er könne aber das politische Argument der Städte, die durch die unterschiedlichen Tarife eine Lenkungswirkung erzielen wollen, nachvollziehen.

Parkbusse: 50 Zentimeter kosten 930 Franken

Ein Autohalter parkiert seinen Smart in seinem Wohnquartier in der blauen Zone. Die zwei Vorderräder ragen über die Markierung. Weil er den Wagen länger als 10 Stunden so stehen lässt, wird er mit 930 Franken gebüsst. Zum Artikel

14 Kommentare

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  • Kommentar von Carlo Meyer, St. Gallen
    Wenn ich am Bodensee in die Badi gehe, zahle ich als Auswärtiger auch mehr. Oder wenn ich im Appenzellerland eine Festhütte miete, einen Christbaum kaufe etc. Einheimischenbevorzugung ist besonders in der Schweiz seit Jahrhunderten dank unserem Föderalismus weit verbreitet. Warum nicht bei Autoparkplätzen?
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  • Kommentar von Karl-Heinz Sägesser, Buochs
    Ein hipp hipp auf die Schweizer Solidarität. Finde ich grossartig wie man heut zu tage die Gemeinschaft auslebt oder was man darunter versteht denn zu guter letzt ist abzokke Trumpf.Das die Luzerner das Geld aus der Tasche der Autofahrer ziehen ist mir persönlich sehr vertraut,das ich aber in 3Jahren 80,ooo.- an Schulgeld dahin trage stört niemand. Irgendwie schräg und nicht nachvollziehbar das ganze.Solidarität war gestern,heute ist Kleingeist und viele plappern einfach nach.
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  • Kommentar von Mike Brunner, Lachen
    Ich finde das legitim. Interessanterweise sind aber genau jene Kreise (Mehrheit der Städter), die Inländer auf dem Arbeitsmarkt nicht bevorteilen wollten und gegen die Masseneinwanderung gestimmt haben, da sie ja genügend gute Jobs haben. Was mir nützt, dafür bin ich, was mir schadet, dagegen bin ich. Umgekehrt könnte man eine neue Taxe einführen für Städter, die dann ihre Freizeit auf dem Land, Bergen und Natur verbringen wollen, oder Lebensmittel, die importiert werden müssen in die Stadt.
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    1. Antwort von Max Muster, In der Stadt
      Das ist absolut richtig erfasst Herr Brunner. Ihre vorgeschlagene Taxe wird breits über den innerkantonalen Finanzausgleich bezahlt. Die Strassen- und die ÖV Erschliessung der Landgemeinden durch den Kanton und den Bund. 3x dürfen Sie raten, welche "Regionen" die Steuerlast tragen. Übrigens: Ihre Landschaft wäre schon lange nicht mehr "vermarktungsfähig", hätte nicht liberale/fortschrittliche Bewohner dieses Landes sich für den Schutz eingesetzt...
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    2. Antwort von Mike Brunner, Lachen
      @Max Muster: ich weiss ja nicht in welcher Stadt sie leben, aber in unserem ländlichen Kanton zahlen wir nebst Zug wohl am meisten in den Finanzausgleich, also ist das Argument nicht ganz so gut. Im übrigen die Landbevölkerung als dumm und nicht fortschrittlich zu bezeichnen, darauf gehe ich jetzt einfach nicht ein, pflegen sie ruhige ihre Klischee's weiter. Ach ja, wir haben mittlerweile sogar Internet ;-)
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