Pro und Kontra Schneekanonen

40 Prozent der Schweizer Skipisten werden beschneit. Im Streitgespräch kreuzen Ueli Stückelberger, Direktor Seilbahnen Schweiz, und Marcel Liner, Alpen-Experte von Pro Natura, die Klingen.

Ueli Stückelberger, Direktor Seilbahnen Schweiz und Marcel Liner von Pro Natura Schweiz.

Bildlegende: Ueli Stückelberger, Direktor Seilbahnen Schweiz und Marcel Liner von Pro Natura Schweiz. SRF/zvg

Ein zentraler Streitpunkt ist die grosse Verbreitung der Schneekanonen. In den letzten 10 Jahren hat sich die Menge der künstlich beschneiten Pisten vervierfacht:

Marcel Liner von Pro Natura Schweiz: «Pro Natura hat immer gesagt, eine punktuelle Beschneiung ist in Ordnung. Aber die Entwicklung der letzten Jahre ist ganz sicher nicht in unserem Sinn.»

Ueli Stückelberger, Direktor Seilbahnen Schweiz:«Technische Beschneiung ist nicht einfach Selbstzweck. Beschneit wird wegen der Gäste, die gute und schneesichere Pisten haben wollen.»

Die Skiorte betonen die wirtschaftliche Bedeutung des Wintertourismus. In Davos macht der Skitourismus laut einer Studie des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung ein Viertel des Volkseinkommens aus.

Stückelberger: «Für uns ist es ganz wichtig, dass wir sagen können: Es hat Schnee an Weihnachten. Sonst bleiben die Gäste aus und gehen dorthin, wo es eben Schnee hat.»

Liner: «Diese Sachzwänge sind uns durchaus bewusst. Die Frage ist einfach, hat die Schweiz nicht auch Alternativen zu bieten.»

Umweltschützer kritisieren den hohen Strom- und Wasserverbrauch der Schneekanonen. Zudem hinterlasse der Bau der Infrastruktur Schäden in der Natur.

Liner: «Der jährliche Stromverbrauch dieser Anlagen in der Schweiz liegt in der Grössenordnung der Stadt Biel.»

Stückelberger: «Der Energieverbrauch moderner Anlagen ist 90 Prozent kleiner als bei Anlagen der ersten Generation.»

Im Gespräch bei «Espresso» räumte Marcel Liner von Pro Natura ein, dass die Skigebiete beim Umweltschutz Fortschritte gemacht haben. Ueli Stückelberger vom Verband Seilbahnen Schweiz sieht eine Entwicklung zu weniger Skigebieten, welche dafür intensiver genutzt würden