Zum Inhalt springen
Inhalt

Umwelt und Verkehr Schlaglöcher: Jeder muss auch selbst aufpassen

Der Winter 2012/2013 hinterlässt in der Schweiz tiefe Spuren: Auf den Strassen kommen jetzt grosse Risse und Schlaglöcher zum Vorschein. Vielerorts doppelt so viele wie in anderen Wintern. Velo- und Töff-Fahrer müssen aufpassen, Kantone und Gemeinden müssen handeln.

Auto fährt an Schlagloch vorbei
Legende: Wer ein Schlagloch sieht, sollte dies den Behörden melden. Keystone

Schuld an den vielen Schäden sind die grossen Temperaturunterschiede. Wenn am Tag Schmelzwasser in die Ritzen der Strasse fliesst und in der Nacht gefriert, kann es die Strasse sprengen. Wer irgendwo auf der Strasse ein Schlagloch sieht, sollte unbedingt den Behörden Bescheid geben. Ein Anruf bei der Polizei genügt.

Schlagloch wird markiert und geflickt

«Wir sind dankbar für jeden Hinweis auf ein Schlagloch», sagt Thomas Maag von der Zürcher Baudirektion. Die Strassen-Inspektoren würden im Moment jeden Tag die Strassen kontrollieren, erklärt er, sie könnten aber nicht alles sehen. Wenn ein Riss oder ein Schlagloch gemeldet wird, wird die Stelle laut Maag möglichst schnell markiert und dann geflickt. Solange die Temperaturen unter 10 Grad liegen, muss dafür ein so genannter Kaltbelag verwendet werden. Erst wenn es wärmer wird, kann eine Strasse neu geteert werden. Deshalb werden die meisten Strassen im Sommer saniert.

In der Regel zahlen Versicherungen

Grundsätzlich sind die Gemeinden und Kantone verantwortlich dafür, dass die Strassen in gutem Zustand sind. Theoretisch könnten die Behörden im Gerichtsfall zur Verantwortung gezogen werden. Das geschieht aber laut Michael Wiesner vom Schweizerischen Versicherungsverband (SVV) kaum. Er meint: «Schweizer Strassen sind generell in einem recht guten Zustand.»

Normalerweise zahlen deshalb die Versicherungen, wenn jemand in ein Schlagloch fährt und verunfallt: die Unfallversicherung, wenn jemand verletzt ist, die Kasko-Versicherung, wenn das Fahrzeug beschädigt ist. Wiesner und auch Rechtsexperten weisen aber darauf hin, dass jeder bis zu einem gewissen Grad selbst für sich verantwortlich ist.