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Umwelt und Verkehr Swiss bestraft Reisebüros wegen «manipulierter Buchungen»

Reisebüros bemühen sich, ihren Kunden die besten Flugtarife zu offerieren. Dabei können sie auch in die Trickkiste greifen und Buchungsregeln umgehen. Die Fluggesellschaft Swiss spricht von manipulierten Buchungen und droht jetzt mit Bussen. Die Reisebüros laufen gegen diese Regelung Sturm.

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12 min, aus Espresso vom 13.06.2014.

Reisebüros buchen Flüge für ihre Kunden normalerweise über ein global vernetztes Buchungssystem. Dieses lässt sich jedoch unter Umständen austricksen - zugunsten der Kunden. Walter Kunz, der Geschäftsführer des Schweizer Reiseverbands SRV, macht gegenüber dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» ein Beispiel: «Wenn ein günstiger Tarif für die Strecke Zürich-Hamburg nicht mehr erhältlich ist, kann man den Flug weiterziehen, beispielsweise Zürich-Hamburg-New York.» Nun ist eine Buchung in der tieferen Tarifklasse plötzlich möglich. Nach der Buchung lässt sich die Strecke Hamburg-New York wieder stornieren – das System ist ausgehebelt.

Damit umgeht das Reisebüro die kundenunfreundliche Tarifpolitik der Fluggesellschaft, die vor allem Umsteigepassagiere bevorzugen will.

Swiss greift wegen Umsatzverlust ein

Der Swiss sind solche Tricks ein Dorn im Auge. Sprecherin Myriam Ziesack erklärt auf Anfrage von «Espresso», man rede von manipulierten Buchungen, wenn eine Buchung nicht dem «natürlichen Flugverhalten eines Kunden» entspreche. Welche Buchungen genau gemeint sind, will Myriam Ziesack auf Anfrage nicht ausführen. Der Swiss würde dadurch Umsatz entgehen und man habe sich gezwungen gesehen, einzugreifen. Seit dem 10. Juni gilt deshalb eine neue, strengere Regelung.

Nach Möglichkeit würden manipulierte Buchungen sofort storniert, wenn sie im System entdeckt werden. Werden sie erst entdeckt, nachdem die Tickets bereits ausgestellt sind, werden die Reisebüros gebüsst: Mit 200 bis 550 Dollar pro Passagier. Die Passagiere sind nicht direkt von der Busse betroffen. Die Regelung kann jedoch dazu führen, dass Reisebüros aus Angst vor Sanktionen nicht mehr die günstigsten Angebote suchen.

«Unsinnige Tarife sind das Problem»

Luc Vuilleumier, Präsident der Reisebüro-Vereinigung Star, findet deutliche Worte: «Das Problem sind die unsinnigen Tarife der Fluggesellschaften, nicht das Umgehen der Regeln.»

Walter Kunz vom Reiseverband ist vorsichtiger. Gewisse Tricks seien tatsächlich unfair, hier sei eine Sanktion auch zu akzeptieren. Bei anderen Tricks bewege man sich in einem Graubereich. «Wenn die technischen Möglichkeiten dort bessere Preise zulassen, sehe ich kein Problem», sagt Walter Kunz. Die einfachste Lösung wäre seiner Meinung nach, wenn die Swiss solche Tricks im System von Anfang an technisch verhindern würde.

Keine Busse bei Buchung im Internet

Dies will die Swiss jedoch nicht. Myriam Ziesack sagt, man appelliere an die Reisebüros, das System fair zu nutzen. Man wolle das System auch nicht so komplex machen, dass unter Umständen Buchungen verhindert würden, die in Ordnung seien.

Kein Problem sind übrigens Buchungen im Internet. Wenn ein Reisebüro dort ein billigeres Ticket ersteht und dem Kunden rät, einen Teil der Strecke nicht anzutreten, habe man keine Strafgebühr zu befürchten. Laut Luc Vuilleumier führt dies dazu, dass immer mehr Reisebüros Flüge nicht mehr im dafür vorgesehenen Buchungssystem buchen, sondern auf der Internetseite der Fluggesellschaft.

11 Kommentare

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  • Kommentar von Kurt Mueller, Oxford UK
    Der Titel des Artikels muss heissen: Swiss bestraft Schweizer Passagiere, und zwar aus Prinzip
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  • Kommentar von Lukas Witschi, Wohlen
    Schon das Buchungssystem der Swiss ist schon ein eigenes, nicht wie viele andere Airlines, wo man auf div. Apps diese nachveranlagen kann. (nicht Galileo) Schon längers bemängle ich die Tarif-Tricks und Gebühren der Swiss: z. B. Kreditkartengebühr pro Person und nicht pro Buchung! Auch mit Lockvogel-Dumping-Preisen für Flüge nach Fernost: Flug Budapest - Zürich - Hong Kong ist in Business 2000.- günstiger als nur der Flug ab Zürich. Umweltgedanken der Swiss?
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    1. Antwort von Ruedi, Stäfa
      Bei der Mutter LH ist es noch schlimmer: angezeigte Preise sind nicht einmal erhältlich. Klickt man den günstigsten Hinflug an und kombiniert dazu den angezeigten, günstigsten Rückflug macht es schwupp, und der Preis ist 50% höher gegenüber der Addition. Es erscheint ein lapidares Popup, wonach sich der Preis durch die getätigte "Auswahl verändert hat". Die Kreditkartengebühr sollte in % des Preises erhoben werden, das wäre fair. Zudem wird sie nicht überall verlangt, auch eine Frechheit.
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  • Kommentar von Juerg Schwendener, Phuket
    Früher waren Flüge München-Zürich-Bangkok billiger als Zürich-Bangkok. Aber als Schweizer konnte man sie nicht mal buchen! Solche Lockvogelangebote für Deutsche ab München bestraften die Schweizer Kunden. Swiss sollte froh sein, wenn überhaupt jemand mitfliegt. Aber da es ja keine Schweizer Gesellschaft mehr ist, fliege ich lieber Thai, Emirates oder Quatar. Billiger und besser.
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    1. Antwort von Ruedi, Stäfa
      Man konnte sie als Schweizer schon buchen...aber nur mit deutschem Wohnsitz. Dieses Vorgehen wurde von den Behörden inzwischen verboten und ist im Zeitalter des Internet auch nicht mehr kontrollierbar. Es ist heute so, dass man z.B. ab Mailand viel billiger nach Fernost oder Südafrika fliegen kann. Man muss einfach die Zusatzschlaufe nach Mailand machen. Lohnt sich für Business und First. die Tarife sind aber nicht immer zu haben. Kostet etwa 50% weniger und man sitzt im selben Flieger.
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    2. Antwort von Ruedi, Stäfa
      Emirates und Qatar in Ehren aber ich habe keine Lust, auf halbem Weg umzusteigen. Wenn schon umsteigen dann in Europa und dann 10 oder 12 Stunden Ruhe. aber mittendrin umsteigen, nein danke. Das ist aber eine persönliche Vorliebe. Leute die nicht schlafen könne sind froh um einen Zwischenstopp. Aber viel billiger ist das nicht. Generell sind aber Nonstopflüge gegenüber Umsteigeverbindungen teurer eil komfortabler.
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