Swiss streicht Zuschläge für Kleinkinder

Kleinkinder haben bei der Swiss keinen Sitzplatz, trotzdem zahlt man für sie zum Teil hunderte von Franken an Zuschlägen. Diese streicht die Swiss nun.

Swiss Flugzeug

Bildlegende: Kinder sind die zukünftigen Kunden. PD

Georges Mattenberger aus Wettingen ärgert sich am «Espresso»-Telefon: Obwohl seine Tochter (20 Monate) nicht einmal einen Sitzplatz im Swiss-Flieger hatte, zahlte er für ihr Ticket beinahe 400 Franken.

Die Swiss erklärt: «Ein Kleinkind zahlt grundsätzlich 10 Prozent des Erwachsenenpreises.» Allerdings kommen dazu noch diverse Zuschläge, so dass auf Langstrecken schnell einmal ein paar hundert Franken resultieren.

Nun streicht die Swiss diesen Zuschlag ab dem 8. März und zwar auf sämtlichen Flügen. «Wir reagieren damit auf ein Kundenbedürfnis.» Gewisse Tarife – zum Beispiel Spezialangebote oder tiefere Ticktekategorien – sowie vereinzelte Strecken seien von der Preiserhöhung nicht betroffen, so die Swiss weiter.

Undurchsichtiger Tarifdschungel

Richtig teuer wurde es in unserem Fall, als der Vater im Nachhinein doch noch einen Platz für den Langstreckenflug organisieren wollte: Nun zahlte er für das Kind über 1000 Franken. Das Ticket war teurer als das eines Erwachsenen!

Darauf angesprochen, dass Georges Mattenbergers Kleinkind für einen Sitzplatz sogar noch mehr als ein Erwachsener zahlen sollte, sagt Swiss-Sprecherin Myriam Ziesack: «Hier ist zu beachten, dass die Nachbuchung zwei Monate später stattfand.» Zusätzlich zahlt man für das Kleinkind in diesem Fall den Preis der Kategorie «Kind», da es ja auch einen Sitzplatz beanspruche.

Hin- und Rückflüge billiger als Einzelbillett

Ein weiteres Ärgernis, dass im «Espresso»-Publikum für Ärger sorgt: Die Preisgestaltung bei Langstrecken-Einzelflügen. «Wir wollen Anfang April 2013 nach Buenos Aires fliegen und mit dem Kreuzfahrtschiff zurückreisen», schreibt uns Hans Blaser aus Riehen (BS). «Bei der Buchung des Hinflugs merkte ich, dass dieser teilweise doppelt so teuer ist wie ein Hin- und Rückflug zusammen.»

Über 95 Prozent ihrer Passagiere benötigten auf Langstrecken Hin- und Rückflug, argumentiert die Swiss. «Es ist branchenüblich, dass Einzelbillette teurer sind, als Hin- und Retourflüge. Natürlich gibt uns dies auch Planungssicherheit», so Swiss-Sprecherin Myriam Ziesack.

Wie aber schützt sich die Swiss davor, dass Passagiere Hin- und Rückflug buchen, den Rückflug dann aber einfach nicht antreten? «Rechtlich können wir dies nicht verhindern, deshalb ist es ein Risiko, dass wir einkalkulieren müssen», meint Myriam Ziesack etwas zerknirscht.