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Umwelt und Verkehr Viele Velos werden im Veloständer entsorgt

Velofahrer erobern die Innenstädte. Zahlen belegen: Neben Bus und Tram setzen immer mehr Stadtbewohner auf das Zweirad. Häufig werden alte Räder gleich an einem anonymen Veloabstellplatz entsorgt. Die Städte entsorgen den Veloschrott mit unterschiedlichen Methoden.

Legende: Audio Viele Velos werden im Veloständer entsorgt abspielen. Laufzeit 5:04 Minuten.
5:04 min, aus Espresso vom 04.11.2015.

«Es gibt zuwenig Veloabstellplätze in den Innenstädten», sagt Bettina Mäschli von der Velo-Lobby-Organisation «Pro Velo». Doch wie in der Schweiz üblich, haben die verschiedenen Stadtbehörden ganz unterschiedliche Rezepte bei der Entsorgung von herrenlosen Velos.

In Zürich die Stadtreinigung

Zehntausende treten in Zürich jeden Tag in die Pedalen. Auch die Veloexperten von der Stadtreinigung «Entsorgung und Recycling Zürich» machen jeden Tag eine Stadttour. Sie kontrollieren die rund 16'000 Abstellplätze, markieren dauerparkierte oder schrottreife Velos.

Nach zehn Tagen wird das Velo in die Sammelstelle gebracht, dann bleiben dem Besitzer 90 Tage, um es dort wieder auszulösen. Das kostet pauschal 50 Franken. Was Schrott ist, wird von der Stadtreinigung entsorgt.

Gut erhaltene Velos, die auch nach Monaten verwaist bleiben, werden einer Sozialfirma übertragen, die die Velos restaurieren und dann versteigern. Gleich nachdem sie in der Sammelstelle ankommen, werden die Velos aber noch mit der Liste der gestohlenen Räder von der Polizei abgeglichen.

In Basel die Polizei

In Basel läuft es ähnlich ab, allerdings ist dort die Stadtpolizei für den Veloschrott zuständig. Mitgenommene Velos müssen auch in Basel gegen Bares ausgelöst werden.

35 Franken werden für den Abtransport fällig, Zwanzig Franken kommen dazu, wenn das Velo in einem Parkverbot stand. Für jeden Tag in der Sammelstelle werden dem Besitzer nochmals drei Franken aufgebrummt.

In Luzern die Caritas

Schon seit 1999 arbeitet die Stadtbehörde von Luzern mit der Caritas zusammen. Das Hilfswerk betreibt eine Sozialfirma und beschäftigt dort ausgesteuerte Menschen. Diese bewachen die Velostation beim Bahnhof. Ausserdem vermieten sie Velos für die SBB, putzen und reparieren sie.

In der Innenstadt und rund um den Bahnhof wird das öffentliche Gelände aufgeräumt. Velos, die falsch abgestellt wurden, kommen in die Velostation und müssen dort vom Besitzer abgeholt werden.

Doch der Spardruck macht auch vor der Velopolitik in Luzern nicht Halt. Eben hat das Stadtparlament entschieden, die jährlichen Beiträge von 225'000 Franken sukzessive zu kürzen. 2020 wird die Stadt das Velogeschäft der Caritas nur noch mit 160'000 Franken unterstützen.

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