Warum Autoschlüssel 400 Franken teuer sind

Wer seinen Autoschlüssel verliert, wird zur Kasse gebeten. Die Kosten betragen bis zu 450 Franken. Das Teure an dem kleinen Schlüssel sei die Elektronik, sagen die Autohersteller. Ausweichmöglichkeiten gibt es bei modernen Schlüsseln keine.

Dass Auto-Ersatzschlüssel ins Geld gehen, musste auch ein «Espresso»-Hörer merken: Er verlor den Schlüssel zu seinem Toyota Prius. Nach längerem vergeblichem Suchen bestellte er beim Garagisten einen Neuen. «Er sagte mir noch, es werde teuer», erinnert sich der Hörer.

Am Schluss kostete der Schlüssel sage und schreibe rund 450 Franken. «Für diesen Betrag bekommt man heute einen Computer oder ein Handy. Diese Geräte können mehr als nur ein Auto aufschliessen», findet der «Espresso»-Hörer.

Aufwändiges Schliesssystem ist teuer

Hannes Gautschi, Direktor Kundendienst und Technik bei Toyota Schweiz, verteidigt den hohen Preis des Nachschlüssels: «Der Kunde hat sich für ein besonderes Schliesssystem entschieden. Bei diesem System kommunizieren Schlüssel und Auto miteinander, so dass man den Schlüssel zum Öffnen der Tür oder zum Starten des Autos nicht aus dem Hosensack oder der Handtasche nehmen muss. Das regelt alles die eingebaute Elektronik.» Gautschi betont, dass bei Toyota ein normaler Schlüssel mit Fernbedienung für knapp 150 Franken erhältlich sei.

Eine Umfrage des Konsumentenmagazins «Espresso» bei verschiedenen Schweizer Autoimporteuren zeigt: Ersatzschlüssel mit Fernbedienung kosten auch bei anderen Automarken viel Geld.

Dies weil neben den Kosten für den Schlüssel in vielen Fällen auch noch die Kosten für die Neuprogrammierung in der Garage dazu kommen. Dazu muss der Besitzer sein Auto in die Garage bringen.

Kosten sind unterschiedlich hoch

Ein Ersatzschlüssel für einen VW Golf kostet 260 Franken: 170 Franken für den Schlüssel und ungefähr 90 Franken für die Programmierung in der VW-Garage. Günstiger sind Ersatzschlüssel bei Opel oder Ford. Sie liegen zwischen 100 (Ford Kuga) und 220 Franken (Opel Corsa). Um die 220 Franken bezahlt man bei Mercedes für einen neuen Schlüssel.

Alle Autoimporteuere betonen, dass im Schlüssel sehr viel Elektronik eingebaut sei. So kommunizierten die meisten Schlüssel vor dem Starten mit dem Auto. Dies sei ein Sicherheitselement, um Diebstähle zu verhindern.

Meist wird dazu immer wieder ein neuer Wegfahrsperrencode generiert, der mit demjenigen des Autos übereinstimmen muss. «Darum ist es heute nicht mehr möglich, die Autoschlüssel beim Schlüsseldienst zu kopieren», sagt Livio Piatti, Medienverantwortlicher von VW Schweiz. Dem Kunden bleibt also nichts anderes übrig, als die teuren Ersatzschlüssel beim Markenhändler zu beziehen.