Wie viel Kunstschnee braucht das Land?

Nach dem Beitrag «Volle Kanone gegen die Natur» der Vorwoche meldeten sich über hundert Zuschauer per Mail. Ein Teil der Kommentatoren befürwortet den Einsatz von Schneekanonen, der andere Teil kritisiert die ökologischen Konsequenzen. Kritisch äussert sich auch ein ehemaliger Bergbahnmitarbeiter.

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Wie viel Kunstschnee braucht das Land?

11 min, aus Kassensturz vom 14.12.2010

Patrik Bavier wohnt in den Davoser Bergen. Der 42-Jährige hängt Ende Jahr seinen Job an den Nagel. Er arbeitete die letzten fünf Jahre als Bauökonom bei den Davos Klosters Bergbahnen. Sein Arbeitgeber habe in den letzten Jahren massiv in Schneekanonen investiert. Dieses Wettrüsten sei ein Wahnsinn ohne Ende, schreibt Bavier auf der Kassensturz-Website.

Verpulverte Energie

Kassensturz hat Patrik Bavier in Davos getroffen. Der Ökonom kritisiert, Bauherren müssten immer strengere Auflagen erfüllen, um Energie zu sparen. Für den Wintertourismus gelte offenbar ein anderes Mass: «Für die künstliche Beschneiung wird Energie verpulvert. Dafür habe ich nur bedingt Verständnis.» Die Schneekanonen seien notwendig, sagen die Bergbahnen. Einerseits würden die Kunden das verlangen, andrerseits sichere die künstliche Beschneiung Arbeitsplätze.

Die Umfrage von Kassensturz bei Wintersportlern in Davos zeigt ein differenziertes Bild. Ein Teil der Befragten befürwortet den Einsatz von Schneekanonen. So müsse man auch nach einem Wärmeinbruch nicht auf Hobby verzichten. Für andere braucht es die Schneekanonen mitsamt ihren ökologischen Konsequenzen nicht. «Liegt zu wenig Schnee, weiche ich halt auf das Mountainbike aus», erklärt ein junger Skifahrer.

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Studiogespräch: Christen Baumann vom Verband Seilbahnen Schweiz

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