WWF fordert mehr Recycling-WC-Papier

Die Schweizer verbrauchen jährlich 21 Kilogramm Toilettenpapier pro Kopf und stehen damit an der Spitze im europäischen Vergleich. Verliererin dabei ist die Umwelt, denn nur gerade 30 Prozent davon ist Recycling-Papier.

WC-Papier

Bildlegende: SRF

Müssen Millionen von Bäume gefällt werden, nur damit wir unseren Allerwertesten reinigen können? Offensichtlich ja: Die Mehrheit der Schweizer benutzt auf der Toilette Papier aus Frischfasern.

Dagegen kämpft die Umweltschutz-Organisation WWF. Waldspezialistin beim WWF ist Simone Stammbach und sie fordert gegenüber «Espresso»: «Wenn wir die Zerstörung der Wälder wirklich aufhalten wollen, dann braucht es noch mehr ein Umdenken. Der WWF berät auch Firmen bei der Verringerung ihres ökologischen Fussabdrucks. Dabei empfehlen wir immer ein Umsteigen auf Recycling-WC-Papier.»

Zwei Millionen Bäume für WC-Papier

Für den Schweizer Konsum brauche es jährlich 2 Millionen Bäume. Die Belastung für die Umwelt bei Recycling-Papier sei etwa drei bis fünf Mal kleiner als für Frischfaserpapier.

Weltweit fliesst fast die Hälfte des kommerziell geschlagenen Holzes in die Zellstoff- und Papierproduktion. Problematisch ist auch der Energieverbrauch bei der Produktion von Frischfasern. WWF empfiehlt darum Recycling-Papier. Wenn es unbedingt Frischpapier sein müsse, dann Produkte mit FSC, sagt Simone Stammbach vom WWF.

WC-Rollenproduktion

Bildlegende: Die WC-Rollen sind bei der Produktion rund 2 Meter lang, bevor sie zerschnitten werden. SRF

Kassensturz: auch Oeko-Papier ist gut

Vielen dürften auf Frischfaser-Papier setzen, weil das Toilettenpapier weicher ist. Ein Test der Konsumentensendung «Kassensturz» zeigt: Frischfaser-Papier ist in der Regel weicher, aber auch Recycling-Papier ist gut oder genügend. So erhielt das Oecopapier «Oeco Swiss», gekauft bei Manor, das Prädikat «gut». Etwas weniger weich, aber immerhin «genügend» schnitt das Oecoplan-Produkt von Coop ab.

Heute im «Kassensturz»

Mehr zu diesem Test in der Sendung «Kassensturz» von heute Dienstag, 15. Januar um 21.05 Uhr, SRF1.