Frau statt Mann: Versicherter soll Prämien nachzahlen

Herr Matzkowski wurde während Jahren bei der Krankenkasse Groupe Mutuel unter falschem Jahrgang und fälschlicherweise als Frau geführt. Der Fehler der Krankenkasse sollte ihn teuer zu stehen kommen: Sie forderte über 400 Franken Prämiennachzahlung ein.

Klaus Matzkowski ist seit 24 Jahren bei der Groupe Mutuel versichert. Anfang Juni dieses Jahres erhielt er einen Brief mit einer Prämienrückforderung – knapp 440 Franken für die Jahre 2009 bis 2014. Erst auf Nachfrage erfährt er, weshalb: In dieser Zeit war Klaus Matzkowski als Frau registriert und mit falschem Jahrgang. Als jüngere Frau hat ihn das System einer anderen Prämienstufe zugeordnet: Er hat weniger Prämien bezahlt, als er müsste.

Groupe Mutuel reagiert erst, als sich «Espresso» einschaltet

Der Versicherte hat sich in einem Brief an die Groupe Mutuel gegen die Nachzahlung gewehrt, es sei schliesslich nicht sein Fehler. Die Krankenkasse reagierte nicht. Auch als die Rechtsschutzversicherung von Klaus Matzkowski insistiert, passiert monatelang nichts. Erst Ende Oktober folgt eine kurze Notiz des Kundendienstes, der Fall werde bald bearbeitet. Doch diesem Versprechen folgten keine Taten.

Erst als sich das Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF 1 einschaltet, kommt Bewegung in die Sache. Nach wenigen Tagen schreibt die Medienabteilung der Groupe Mutuel, man verzichte auf die Prämiennachforderung - aus Kulanz. Zwar sei ein administrativer Fehler passiert, es sei jedoch auch von Gesetzes wegen die Pflicht jedes Versicherten, die Angaben auf der Police zu überprüfen und Fehler zu melden.

Frauen bezahlen bis 60 höhere Prämien – Männer dafür ab 60

Doch weshalb überhaupt die Nachforderung? Laut der Groupe Mutuel sind die Prämien von versicherten Frauen bis 60 in der Regel teurer. Ab 60 Jahren zahlen jedoch unter Umständen Männer höhere Prämien als Frauen. Im hohen Alter gleichen sich die Prämien wieder an. Da bei Klaus Matzkowski nicht nur das Geschlecht, sondern auch das Alter falsch erfasst war, rutschte der 78-Jährige in eine günstigere Kategorie.

Klaus Matzkowski freut sich im «Espresso» über das Ende der leidigen Geschichte. Er will nun jedoch regelmässig überprüfen, ob er nach wie vor als Mann mit Jahrgang 1937 geführt wird. Seit dem ein Arzt vor Jahrzehnten sein Geburtsdatum falsch erfasst hat, weiss er: «Wenn einmal etwas falsch erfasst ist, lässt es sich fast nicht mehr korrigieren.»