Hausratsversicherungen werden teurer - wegen Einbrüchen

Weil in der Schweiz in den letzten Jahren immer mehr eingebrochen wurde, müssen Versicherte künftig mehr für die Hausratversicherungen bezahlen. Die ersten Versicherer haben bereits reagiert und wälzen die Kosten auf die Prämienzahler ab.

Einbrecher durchwühlt Schubladen

Bildlegende: Immer mehr Einbrecher suchen in fremden Häusern nach Beute und belasten so die Versicherungen. Colourbox

«Als Reaktion auf den erhöhten Schadenaufwand durch steigende Kriminalität sieht sich die «AXA Winterthur» gezwungen, eine Prämienanpassung bei der Haushaltversicherung vorzunehmen», schreibt AXA Winterthur auf Anfrage. Seit zwei Monaten verrechnet die Versicherung bei Neuabschlüssen und Vertragsveränderungen mehr. In den letzten zwei Jahren seien die gemeldeten Fälle von Einbruch, Diebstahl und Beraubungen um 45 Prozent angestiegen, wobei die Schadenhöhe pro Fall um rund 15 Prozent auf 6500 Franken angestiegen sei.

Auch die «Allianz Suisse» hat die Prämien für Neuabschlüsse bei der Hausratversicherung erhöht. «Der neue Tarif wurde im Frühjahr 2013 eingeführt», bestätigt Hans-Peter Nehmer, Kommunikationschef der «Allianz Suisse» gegenüber dem Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF1. Weil die Versicherungen sehr individuell ausgerichtet seien, könne er die Erhöhung aber nur schwer beziffern. Nehmer spricht von einem durchschnittlichen Anstieg im tiefen einstelligen Prozentbereich.

Seit zwei Jahren massiv höhere Kosten

Knapp 40 Prozent aller Hausratsschäden gehen heute auf das Konto von Einbrechern und Dieben. Laut einer Studie von «comparis.ch» zahlen die Versicherer auch immer mehr, wenn es zu einem Hausratschaden kommt. Jeder zweite Schaden, den Einbrecher hinterlassen, kostet über 4000 Franken. Dies ist ein Anstieg von 15 Prozent innerhalb zweier Jahre. Diesen Trend bestätigen mehrere Versicherungen, die «Espresso» angefragt hat. Die Versicherer «Generali», «Helvetia» und «Zurich» haben wohl keine Prämienerhöhung bei der Hausratversicherung beschlossen – sie schliessen eine solche aber nicht explizit aus.

Schwankungen einberechnet

«Auch wir stellen fest, dass es vermehrt zu Schadensfällen aufgrund von Einbrüchen kommt» erklärt Jürg Thalmann von der «Mobiliar». Eine Prämienerhöhung sei momentan aber kein Thema. «Wir haben die Prämien so berechnet, dass solche Schwankungen gedeckt sind».

Alle neun Minuten ein Einbruch

In der Schweiz wird pro Tag durchschnittlich rund 170 Mal eingebrochen. Kriminelle schlagen damit jede neunte Minute eine Scheibe ein oder knacken eine Türe auf, um gewaltsam an fremdes Eigentum zu gelangen. Dabei richten sie laut einer «comparis.ch»-Studie 39 Prozent aller Hausratsschäden an. Und dies ist nur ein Durchschnitt. Bei der «Mobiliar» belaufen sich die Kosten bei der Hausratversicherung aufgrund von Einbrüchen und Diebstählen auf 64 Prozent.

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