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Versicherungen Pensionskasse: Falsche Hoffnung auf hohe Rente

«Kassensturz» hat Ausweise von rund 90 Pensionskassen unter die Lupe genommen. Nur knapp die Hälfte der Pensionskasse macht präzise Angaben darüber, wie sie die Renten berechnen. Und: Die meisten Pensionskassen geizen mit Informationen, die für die Versicherten nützlich wären.

500 Milliarden Franken lagern auf den Konten der Schweizer Pensionskassen. Jahr für Jahr zählen die Kassen die Guthaben ihrer Versicherten zusammen, verrechnen einen Zins und schreiben Pensionskassenausweise. Schweizerinnen und Schweizer haben Kassensturz Ausweise von etwa 90 Unternehmen eingeschickt. Diese Unternehmen decken über eine Million Versicherte ab. Das Vermögenszentrum hat im Auftrag von Kassensturz diese Pensionskassenausweise unter die Lupe genommen und geprüft, wie transparent die Kassen informieren. "

Einer der grössten Mängel ist, dass viele Pensionskassen nach wie vor nicht ausweisen, wie viel in den Spartopf geht, wie viel für Versicherungsleistungen und wie viel für Verwaltung abgezogen wird. Der Versicherte hat aber ein Recht darauf zu wissen, wohin seine Beiträge fliessen", sagt Nicola Waldmeier vom Vermögenszentrum.

Nur ein Teil der Prämien wandert in den Sparteil fürs Alter. Einen Teil verwenden die Kassen für die Versicherung gegen Tod und Invalidität. Dieser Teil ist fürs Alterssparen verloren. Und schliesslich decken die Pensionskassen mit einem Teil der Prämien auch die eigene Verwaltung.

Keine Angabe über Prämienverteilung

Die Auswertung zeigt: 30 Prozent der Kassen macht auf den Ausweisen keine Angaben, wie sie die Prämien aufteilen. 65 Prozent trennt Sparteil und Risikoprämien für Invalidität und Tod, aber nur 5 Prozent nennt zusätzlich die Verwaltungskosten. Detaillierte Aufstellungen sind die Ausnahme, das obwohl die Kassen seit 1. April 2004 verpflichtet sind, die Verwaltungskosten zumindest auf Anfrage zu nennen.

Weiter wollte «Kassensturz» wissen, wie aussagekräftig die Berechnung der Rente ist. "Der Ausweis muss darüber informieren, dass es eine provisorische Berechnung ist. Man muss sehen, auf welchem Lohn, Zinssatz und Umwandlungssatz die Berechnung beruht, und dass sich dies ändern kann", hält Waldmeier fest. Der Test zeigt: 47 Prozent der Kassen macht keine präzisen Angaben. Entscheidend für die Rente ist nicht nur das angesparte Kapital, sondern auch der sogenannte Umwandlungssatz. Heute liegt dieser bei 7,2 Prozent. Auf 100'000 Franken Guthaben gibt es eine Jahresrente von 7200 Franken. Es ist absehbar, dass dieser Satz nicht halten wird. In den nächsten Jahren sinkt dieser Umwandlungssatz von 7,2 auf 6,8 Prozent.

"Viele Altersrenten sind unrealistisch, weil sie sich auf einen zu hohen Zinssatz oder Umwandlungssatz beziehen. Das hat zur Folge, dass viele Versicherte eine viel tiefere Altersrente haben werden als ihnen prognostiziert wird", kritisiert Waldmeier.

Mit Informationen wird gegeizt

«Kassensturz» wollte ausserdem wissen, wie informativ die Ausweise sind. Viele Pensionskassen geizen mit Informationen, die für die Versicherten nützliche Fragen beantworten würden, zum Beispiel wie viel Geld für Wohneigentum zur Verfügung steht. Hier macht 75 Prozent der Kassen keine Angaben. Darüber, ob man sein Altersguthaben freiwillig aufstocken kann, schweigt 78 Prozent. Und auf den wenigsten Ausweisen steht, wie hoch die Rente bei einer Frühpensionierung ist.