Ski-Vermieter empfehlen unnötige Versicherung

Beim Kauf oder bei der Miete von Skiern und Snowboards wird oft auch eine Ski-Versicherung angeboten. Doch Versicherungsexperten sind sich einig: Diese Versicherung braucht es gar nicht, denn Ski-Diebstahl und -Bruch kommen selten vor und oft sind solche Schäden mit der Haftpflicht gedeckt.

Skier im Regal

Bildlegende: Im Laden wird zu den Skiern oft auch gleich eine Versicherung angeboten. Colourbox

Wer Skier oder Snowboards mietet, dem wird im Fachgeschäft oft der Abschluss einer speziellen Skiversicherung nahegelegt. «SportXX», «Athleticum» oder «Ochsner Sport» empfehlen zum Beispiel einen solchen Versicherungsschutz.

Er deckt Schäden im Zusammenhang mit Diebstahl und Bruch und kostet rund 10 Prozent des Mietbetrages. Dieses Geld kann man sich jedoch getrost sparen.

Stefan Thurnherr, Versicherungsexperte vom VZ Vermögenszentrum erklärt: «Wenn ich als Mieter für den Verlust oder Defekt des Ski-Materials verantwortlich bin, zahlt in der Regel meine Privat-Haftpflichtversicherung.» Geht das Material hingegen wegen Verschleiss oder Qualitätsproblemen zu Bruch, sei das ohnehin Sache des Vermieters.

Unnötig auch beim Ski-Kauf

Wer neue Skier kauft, bekommt in der Regel eine Skiversicherung für ein Jahr «geschenkt». Finanziert wird diese Versicherung mit Kunden, welche die Versicherung in den Folgejahren kostenpflichtig verlängern. Eine Skiversicherung kostet pro Jahr 10 Prozent des Skipreises (Ski und Bindung) und verspricht ebenfalls Schutz vor Bruch und Diebstahl.

Beide Risiken seien generell klein, betonen unisono Stefan Thurnherr vom VZ Vermögenszentrum und Ruedi Ursenbacher von «Fairsicherungberatung».

Die «Allianz Global Assistance Versicherung», besser bekannt unter dem Namen «Elvia», betont, dass die Bruchversicherung weit mehr Materialschäden abdecke als nur gerade den Bruch.

«Auch bei Stauchungen oder Kantenschäden erstatten wir den ursprünglichen Kaufpreis des Materials zurück.» Im Falle eines Diebstahls entfalle bei der «Elvia-Skiversicherung» ausserdem der Selbstbehalt von 200 Franken, wie er bei den Hausratsversicherungen mit dem Zusatz «einfacher Diebstahl auswärts» fällig sei.

Ski-Diebstahl-Risiko rückläufig

Die Wahrscheinlichkeit, dass die neuen Skier gestohlen werden, ist relativ gering. So wurden im Kanton Graubünden in den letzten beiden Wintersaisons im Schnitt weniger als 350 Skier gestohlen, dies bei rund 7 Millionen Ski-Touristen.

Auch im Kanton Bern ist die Zahl der Skidiebstähle rückläufig. Gemäss Statistik der Berner Kantonspolizei sank die Zahl der Anzeigen mit 120 im Zusammenhang mit Skidiebstählen in der Saison 2012/2013 gar auf den tiefsten Wert seit Jahren. Die Berner Polizei führt diesen markanten Rückgang auf ihre Präventionskampagne zurück, welche in der Saison 2013/2014 weitergeführt wird.

Im Kanton Wallis sieht es ähnlich aus: Wurden 2000/2001 noch 808 Ski-Diebstähle gemeldet, waren es in der letzten Saison noch 426.

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