Versicherer schröpfen Junglenker

Ein 19-Jähriger hat ein höheres Unfallrisiko als ein 30-Jähriger. Das zeigen Unfall-Statistiken. Nur: Jede Versicherung schlägt für Junglenker gemessen an einem 30-Jährigen unterschiedlich viel auf.

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12.03.13: Auto-Haftpflicht: Versicherer schröpfen Junglenker

8:50 min, aus Kassensturz vom 12.3.2013

Die Versicherungs-Experten vom Versicherungszentrum VZ haben die Prämien von drei Alterskategorien miteinander verglichen. Bekannt ist, dass jüngere Fahrer mehr Unfälle verursachen als erfahrenere Autofahrer. Dieses Risiko wälzen die Versicherungen auf ihre jüngeren Kunden ab. Doch die Frage ist: Sind die Aufschläge gerechtfertigt?

Doppelte Grundprämie für Junge

Um das zu beantworten, haben die Versicherungsexperten für einen 19-Jährigen und für einen 30-Jährigen die Grundprämie ohne den Bonus-Rabatt errechnet.  (siehe Test Autoversicherungen im Vergleich). So spielt die Erfahrung und Unfallfreiheit keine Rolle mehr im Vergleich.

Die Auswertung zeigt: Junglenker kommen schlecht weg. Im Schnitt schlagen die Versicherer für Junglenker 20% auf, nur aufgrund des Alters. Einige Versicherungen schlagen aber viel mehr auf: Bei AXA Winterhur zum Beispiel ist die Grundprämie für den 19-Jährigen fast  1400.- Franken oder 70% höher als die Grundprämie für den 30-Jährigen, nur wegen des Alters.

Und der Online-Anbieter allianz24 schlägt gar 1616.- Franken drauf, satte 105%. (Vollständiger Vergleich in der Tabelle).

Unverständliche Aufschläge

Das versteht VZ-Versicherungsexperte Stefan Thurnherr nicht: «Ich würde eigentlich annehmen, und das war bisher auch so, dass der Junglenker einzig über den Bonus bestraft wurde, bzw. sich der erfahrene Lenker über den Bonus einen Vorteil verschafft hat.»

Doch der «Kassensturz»-Vergleich zeigt: Die Versicherungen machen für Junglenker noch zusätzlich einen Aufschlag. «Im Schnitt etwa 20 Prozent, das ist noch halbwegs erklärbar. Was aber erstaunt, ist, dass bis zu 100% aufgeschlagen wird, die Prämie also verdoppelt wird. Das kann ich mir auch nicht erklären», sagt Stefan Thurnherr.

Die angefragten Versicherungen schreiben Kassensturz, ihre Prämien seien risikogerecht und entsprechen den tatsächlichen Kosten, die 30-Jährigen würden in einige Fällen sogar noch die 19-Jährigen querfinanzieren

Der Vergleich

Der Vergleich

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