Versicherungen raten von Billigtresoren ab

Der «Kassensturz»-Test zeigt: Viele Kleintresore bieten keinen zuverlässigen Schutz. Bei einem Einbruch können so nicht nur Wertsachen rascher verschwinden, auch der spezielle Versicherungsschutz fällt weg. Dieser gilt nur bei anerkannten Tresoren.

Wenn Sie Schmuck, Bargeld und andere Wertsachen zu Hause aufbewahren wollen, ist ein Tresor keine schlechte Idee. Aber: Zwei Dinge sollte man tun, bevor man sich einen Tresor anschafft. Erstens: Die ernüchternden Resultate des «Kassensturz»-Tresor-Tests studieren. Und zweitens: Mit seinem Versicherungsberater sprechen.

Baumarkt-Tresore «in der Regel nicht empfohlen»

Versicherungen bieten für Schmuck und Bargeld, die in einem Tresor aufbewahrt sind, nämlich einen besonderen Schutz – sprich: höhere Limiten im Schadenfall. Allerdings nur dann, wenn der Tresor von der Versicherung auch anerkannt wird.

«Tresore aus dem Baumarkt entsprechen nicht dem, was wir in der Regel empfehlen», sagt Marco Feuz, Hausratversicherungs-Spezialist bei der Allianz Suisse. Die Versicherung verlangt ein Euro-Norm-Zertifikat. Dieses zeige, dass ein Tresor «das höchste Mass an Aufbruchschutz» biete.

Nicht nur die Anforderungen an Tresore unterscheiden sich von Versicherung zu Versicherung, sondern auch die Deckungslimiten. Schmuck, der nicht in einem Tresor aufbewahrt wird, ist je nach Versicherungsgesellschaft bis zum Wert von 20‘000 bis 30‘000 Franken versichert.

Verschliesst man diesen Schmuck nun in einem Tresor, steigt die Limite zum Beispiel bei der Axa auf 100‘000 Franken, bei der Allianz Suisse auf «unlimitiert». Voraussetzung ist, dass der Schmuck bei der Hausratversicherung angegeben und versichert wurde. Und eben: Dass der Tresor von der Versicherung anerkannt ist.

Mangelhafter Tresor – mangelhafte Deckung

«Sollte ein Kunde das nicht berücksichtigt haben, käme es – in Absprache mit dem Kunden – zu entsprechenden Kürzungen», sagt Alain Bewersdorff von der Axa.

Er empfiehlt, bei der Anschaffung eines Tresors auf die Sicherheitsklasse zu achten und allenfalls eine höhere Klasse auszuwählen. Denn: «Neuanschaffungen übersteigen die Limiten relativ schnell, und das kann zu Deckungslücken führen.»

Wer Schmuck in einem mangelhaften Tresor aufbewahrt, kann ihn – versicherungstechnisch gesehen – geradesogut ins Büchergestell legen. In beiden Fällen gilt dann nämlich die gewöhnliche Limite gemäss Hausratsversicherung.

Wertsachen speziell versichern

Ein besonderer Versicherungsschutz für Wertsachen daheim lässt sich auch auf einem anderen Weg erreichen, wie Ruedi Ursenbacher von der Fairsicherungsberatung sagt: «Wenn man viele Wertsachen hat, lohnt sich unter Umständen eine Wertsachenversicherung. Denn dort ist der Wert des einzelnen Gegenstands – einer Geige, eines Bildes oder von Schmuck - immer versichert.»

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