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Versicherungen Versicherungs-Prämie je nach Gefahr am Ort bald teurer?

Die Mobiliar schafft derzeit ein Schweizer Novum: eine Gefahrenkarte für Einbrüche. Diese Karte soll zeigen, welche Regionen und gar Quartiere für Einbrüche besonders gefährdet sind. Längerfristig könnte sich das auf die Versicherungsprämie auswirken. Der Hauseigentümerverband ist kritisch.

Legende: Audio «Wird Hausrats-Versicherung je nach Gefahr am Ort teurer?» abspielen. Laufzeit 3:52 Minuten.
3:52 min, aus Espresso vom 12.08.2014.

Der grösste Schweizer Hausratsversicherer, die Mobiliar, ist daran, zusammen mit der ETH Zürich eine schweizweite Gefahrenkarte für Einbrüche zu entwickeln. Darauf soll künftig ersichtlich sein, welche Regionen und sogar welche Quartiere bezüglich Einbrüchen besonders gefährdet seien.

Bruno Kuhn, Leiter Versicherungen bei der Mobiliar: «Man wird beispielsweise sehen, dass es in einem bestimmten Quartier eine erhöhte Einbruchfrequenz gibt – dies aufgrund von Daten über verschiedene Jahre hinweg.»

Hausratsprämie nach Einbruchsrisiko

Das Ziel dieser neuartigen Einbruchs-Gefahrenkarte sei klar die Prävention, betont die Mobiliar. Es ist deshalb geplant, diese Karte dereinst als App der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Teurere Hausrats-Versicherung bei grösserer Einbruchsgefahr?

Darf eine Versicherung für eine Hausrats-Versicherung mehr verrechnen, wenn die Kundin in einem Ort mit grösserer Einbruchsgefahr wohnt?
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Immerhin 40 Prozent aller Hausratsschäden sind letztes Jahr aufs Konto von Einbrüchen gegangen, hat der Vergleichsdienst Comparis kürzlich ausgerechnet. Dass künftig für die Hausratsprämie mehr verlangt wird bei Kunden, die in einem gefährdeten Quartier wohnen, will die Mobiliar nicht ausschliessen.

«Ob die Einbruchkarte je für die Prämienberechnung eingesetzt wird, ist im Moment noch völlig offen», so Bruno Kuhn. Seit April 2014 unterscheidet die Mobiliar bei den Hausratsprämien aber bereits nach Wohnkanton.

Einbruch-Aufschläge auch bei anderen Versicherungen Thema

Auch andere Versicherungen scheinen über das Modell «Hausratsprämie nach Wohnort» aktiv nachzudenken, das zeigt eine Umfrage des Konsumentenmagazins «Espresso» von Radio SRF1.

AXA Winterthur stuft ihre Prämien beim Diebstahl bereits heute nach Wohnort ab. Allianz-Suisse, Generali und Baloise schreiben, so etwas sei «grundsätzlich denkbar».

Schweizer Hauseigentümerverband ist kritisch

Der Verband der Schweizer Hauseigentümer HEV zeigt sich kritisch. Für Pavlo Stathakis ist vor allem der steigende Detaillierungsgrad problematisch. «Wir stellen fest, dass solche Auswertungen auf eine immer detailliertere Stufe gehen, und dieser Entwicklung stehen wir kritisch gegenüber.»

Dass die Einbruchs-Gefahrenkarte einen Einfluss auf den Wert einer Immobilie habe, bezweifelt der Schweizer Hauseigentümerverband. Doch wenn die Karte das Einbruchsrisiko einzelner Häuser oder gar Wohnungen zeigen würde, wäre dies für den HEV fragwürdig.

«Wenn Bewohner desselben Hauses unterschiedliche Prämien hätten – das wäre aus unserer Sicht nicht fair», sagt Pavlo Stathakis vom HEV. «Wir fordern deshalb einen verantwortungsvollen Umgang mit solchen Daten.»

Die Entwicklung, dass dank neuartiger Technologien immer klarer ersichtlich sei, wo und warum Schäden anfallen, sei kaum aufzuhalten, sagen Experten. Die neue Einbruchs-Gefahrenkarte der Mobiliar wird voraussichtlich gegen Ende des Jahres zur Verfügung stehen. Die Diskussion darüber, was diesbezüglich sinnvoll und fair ist, steht jedoch erst noch an.

8 Kommentare

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  • Kommentar von Willi Sutter, Böttstein
    Wir brauchen keine Gefahrenkarte für Einbrüche in der Schweiz. Wir müssen vor allem die kriminellen Ausländer raschmöglichst erfassen und sofort ausschaffen. Das zeigt die Stastistik der Kriminaltouristen!
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  • Kommentar von M.Müller, Zürich
    Wir kennen in der Schweiz diverse asoziale Sozialversicherungen, z.B. bei der PK oder Krankenkasse zählen Ältere mehr als Junge. Wenn wir mehr Kostenwahrheit b. sozialen Versicherungen haben wollen, dann soll doch jeder gleich alles selber zahlen und wir verzichten auf die dubiosen Versicherungen. Kostenwahrheit in diesem Sinne ist bei Versicherungen nicht sinnvoll. Es sollte gelten "einer für alle, alle für einen, zu gleichen Teilen". Alles andere ist Risikooptimierung zum mehr Gewinn absahnen.
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  • Kommentar von Josef Peyer, 5621 Zufikon
    So ein Blödsinn! Da müsste ja z.B. für alle Aargauer wegen erhöhter Atomunfallgefahr (wir haben 4 der 5 CH-AK auf Aargauerboden) bzw. wegen der damit verbundenen höheren Risiken, sämtliche Versicherungsprämien steigen. Oder wie steht es mit einer Gefahrenkarte für erhöhte Unwetter-Risiken (Hagel, Kellerüberflutungen, usw.) oder Wohnen in einer An-/Abflugschneise eines Flughafens? Ich möchte den Erfinder dieser Geschichte kennenlernen. MfG J. Peyer
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    1. Antwort von M.Müller, Zürich
      @Payer, Sie liegen mit Ihrer Aussage falsch, prüfen Sie Ihre Policen. Sachversicherungen bedingen atomare Unfälle aus. Oder anders gesagt, bei einem Gau in einem Schweizer AKW sind Sie nicht Versichert und werden mit größter Wahrscheinlichkeit sich auch einen finanziellen Gau stellen müssen. Am Tag 1 nach dem Gau bekommen Sie ein Schreiben von Ihrer Bank, und die möchte sofort die Hypothek zurück, weil Ihre Liegenschaft entwertet wurde.
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