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Versicherungen Zu oft angerufen: Versicherung wirft Kunden raus

«Ab sofort haben Sie das Recht auf Ihrer Seite», bestätigte die Versicherung DAS ihrem Kunden die neu abgeschlossene Rechtsschutz-Versicherung. Doch einige Zeit später erhielt dieser ohne Vorwarnung die Kündigung. Der Grund: Er habe zu oft um Hilfe gebeten.

Legende: Video Zu oft angerufen: Versicherung wirft Kunden raus abspielen. Laufzeit 03:25 Minuten.
Aus Kassensturz vom 02.09.2014.

Vor drei Jahren hatte der Metallbauer Anton Marty bei DAS eine Rechtsschutz-Versicherung abgeschlossen. Er wollte jemanden an seiner Seite haben, der sich mit rechtlichen Fragen gut auskennt. «Es kann immer wieder sein, dass andere Personen es nicht gut meinen und sich nicht korrekt verhalten», so Marty. Dann sei es gut, wenn da jemand sei, der helfe. Nach Vertragsabschluss beglückwünschte ihn die DAS dann auch und teilte ihm mit, dass er ab sofort das Recht auf seiner Seite habe.

Anfangs schien das auch wirklich der Fall zu sein. Daraufhin hatte der Metallbauer nämlich einige rechtliche Auseinandersetzungen. So änderte sein Vermieter den Mietvertrag zu seinen Ungunsten oder wollte ungerechtfertigte Nebenkosten eintreiben. Zudem hatte Anton Marty einen Garantie-Streit mit einem Computerverkäufer, und er brauchte Hilfe in einer arbeitsrechtlichen Angelegenheit: Im Rahmen einer Bewerbung ging er Probearbeiten, doch der Arbeitgeber wollte ihm dafür keinen Lohn bezahlen.

Die Versicherung hat sich gelohnt

Insgesamt profitierte Anton Marty von seiner Rechtsschutzversicherung: «Es gab den einen oder anderen Fall, bei dem ich am Schluss doch noch viel Geld zurückbekam – auch Dank dem Einsatz der Rechtsschutz-Versicherung.» Doch dann kündigte die DAS plötzlich den Vertrag. Die Begründung: Marty‘s Schadenfrequenz sei zu hoch. Der DAS-Sachbearbeiter erklärte Marty am Telefon, dass das Computersystem automatisch eine Kündigung auslöse, sobald eine gewisse Anzahl von Fällen erreicht sei.

Der Metallbauer fiel aus allen Wolken: «Davon habe ich nichts gewusst. So muss man sich natürlich überlegen, ob man jede Streitigkeit anmeldet oder ob man in gewissen Fällen auf die paar hundert Franken verzichtet und den Ärger in Kauf nimmt.»

Zu viele Anfragen sind ein zu hohes Risiko

Auf Anfrage von «Kassensturz» teilt DAS mit, dass für den Entscheid, den Vertrag von Herrn Marty aufzulösen, ein erhöhtes subjektives Riskio massgebend gewesen sei. Weiter schreibt das Versicherungsunternehmen: «Herrn Martys Enttäuschung, dass wir ihn vor der Kündigung nicht ‹vorgewarnt› haben, können wir teilweise nachvollziehen. Diese Praxis der Vorinformation war bei uns bisher nicht üblich.» Derzeit prüfe man aber, wie künftig in solchen Fällen kommuniziert werde.

Der grosse «Kassensturz»-Test

Rechtsschutz-Versicherungen im Vergleich. Hier geht's zu den Ergebnissen.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Margrit Hasler (Margrit57)
    Ich bin auch bei Coop Rechtschutz versichert seit 2 jahren. auc hKombi mit Hausrat und privathaftpflicht. Ich habe hin un dwiede reien rechtsfrage. Nunist mir heute mitgeteilt worden ich würde bei der Rechtschutz zuviel anrufen udn man könne mir kündigen. Die sit eien Frechheit scheliesslich czahlen wir ja Prämien. Ich werd e eien neu e Privatrechtschutz abschliessen udn der Coop kündigen zum erst möglichen Termin
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  • Kommentar von Pascal Jehle, Mettmenstetten
    ich bin über die Helvatia bei Coop Rechtsschutz versichert. Ebenso Hausrat und Privathaftpflicht. Alle 3 im Kombipaket und das seit Januar 2012. Habe heute einen Brief erhalten von Coop RSV, dass wir seit 2013 bis heute 17 Fälle und Beratungen gehabt haben sollen. Laut meiner Zählung kamen wir auf max. 6 innert 2 Jahren. Coop RSV meint, bei zu hohem Aufkommen könne gekündet werden. Für was haben wir denn eigentlich eine RSV, wenn nach 6 Fällen und Beratungen innert 2 Jahren dann gekündet wird?
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  • Kommentar von Manfred Zahnd, Lugano
    Dieser Beitrag des Kassensturz ist wirklich äusserst oberflächlich und fragwürdig. Hilfreicher wäre wohl, die Mitarbeiter des Kassensturz eine Woche lang in die Büros der Versicherung zu entsenden damit sie sich ein zuverlässiges und wahrheitsgetreues Bild über Qualität von Dienstleistung und Zufriedenheit von Kunden machen könnten. Zum Glück weiss der informierte (Medien-)Konsument zu unterscheiden zwischen oberflächlicher, polemischer und sorgfältiger, redlicher Berichterstattung.
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