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Wohnen Referenzzinssatz bleibt - weiter Arbeit für Schlichtungsstellen

Diese Woche wurde bekannt: Der Referenzzinssatz für Mieten bleibt bei 2.0 Prozent. Seit zwei Jahren gehen jedoch viele Mieter zur Schlichtungsstelle.

Hauseingang mit Briefkaesten
Legende: Viele Mieter sind mit der Post ihres Vermieters nicht zufrieden. SRF

Im September 2013 ist der Referenzzinssatz auf das Rekordtief von zwei Prozent gesunken. Und auch aktuell bleibt er auf diesem Stand. Nach wie vor haben nicht alle Vermieter die Mieten entsprechend angepasst. Gemäss einem «Espresso»-Bericht im Dezember 2013 hatten die regionalen Schlichtungsbehörden deshalb zum Teil überdurchschnittlich viel Arbeit.

Die Schlichtungsstelle Bern-Mittelland zum Beispiel wurde rege kontaktiert. Der Geschäftsleiter Hansjürg Hubacher sagt, dass seit September 150 Schlichtungsgesuche eingegangen sind. Das sind 50 mehr als im Juni 2012, als der Referenzzinssatz letztmals gesunken war.

Hansjürg Hubacher glaubt, dass die Mieter mittlerweile auf das Thema sensibilisiert sind und wissen, dass die Vermieter die Mieten anpassen müssten.

Tiefer Referenzzinssatz spornt Mieter an

Auch in St. Gallen gab es dieses Jahr wesentlich mehr Gesuche für ein Schlichtungsverfahren als letztes Jahr. «Seit September sind etwa 20 Gesuche pro Monat eingegangen. Als der Referenzzinssatz letztes Jahr runterging, waren es halb so viele», sagt Christina Castagna vom Wohnungsamt der Stadt St. Gallen. Den Grund sieht sie beim «historisch tiefen» Referenzzinssatz.

Andere Kündigungsfristen

Sehr ruhig blieb es in den letzten Monaten in Lausanne – und auch in der Stadt Zürich. Laut Florian Saluz vom Zürcher Mietgericht liegt das daran, dass es in Zürich nur zwei Kündigungstermine gibt, im September und im März. Zürcher Mieter müssen also so oder so auf den Frühling warten, bis eine Anpassung fällig wäre.

Unbedingt beim Vermieter nachhaken

So oder so sei jetzt aber der richtige Zeitpunkt, um beim Vermieter anzuklopfen, sagt Felicitas Huggenberger vom Zürcher Mieterverband. Vor allem, wenn ein Mieter im September bereits vom Vermieter vertröstet worden sei.

Bei einem abschlägigen Bescheid sollte man als Mieter nicht den Kopf in den Sand stecken. Huggenberger rät dazu, unbedingt zu einer Schlichtungsstelle zu gehen. Sie geht davon aus, dass viele Vermieter dann einlenken.

7 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Mathis, Wiesendangen
    Ich habe ein älteres Einfamilienhaus an eine dreiköpfige Familie mit Hund vermietet. Bisher wurde bei Referenzzinssenkung der Mietzins angepasst. Als ich sie bei der letzten Referenzzinsanpassung im September auf ihren Anspruch aufmerksam machte, erhielt ich zur Antwort: "Wieso auch, der Zins ist ja so schon so günstig". Nicht die langjährigen Mietverhältnisse sind problematisch, sondern die Zinsen für Neuvermietungen stiegen ständig. Ich kann jedoch keine "Marktmiete" erheben...
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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Nennen wir das Kind beim Namen: wir haben keinen Mieterschutz, keinen Patientenschutz, keinen Arbeitnehmerschutz, kurz: wir sind die Deppen! Warum sollen ständig wir Bürger teure Anwälte finanzieren, nur um denen da Oben zu sagen, was sie zu tun haben? Klar, die Firmen und Politiker nennen das Eigenverantwortung. Ich nenne das Verarsche und ein einfacher Weg, die Kassen der Bosse und Politiker zu füllen. Mit Kundenservice und Bürgerfreundlichkeit hat das jedenfalls nicht das geringste zu tun!
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    1. Antwort von A. Moser, Interlaken
      Wir haben keinen Mieterschutz, keinen Patientenschutz, keinen Arbeitnehmerschutz - bezahlen dafür aber jährlich Millionen oder gar MILLIARDEN!! Wohin fliesst denn all das liebe Geld? Ach so, ja klar - wir sprechen hier von einigen lukrativen Standbeinen der linken Sozialindustrie, die einen Haufen kosten, aber nur ein paar wenigen Angestellten dieser "Sozialindustriewerke" etwas bringt. Wann wachen wir endlich auf?
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  • Kommentar von Hans Spycher, Neueneggstr.10 3172 Niederwangen
    espresso heute Morgen. ...wenn sie noch keine Mietzinsreduktion erhalten haben... Ich habe eine 3,5 Zimmerwohnung an ein Rentnerpaar vermietet. Eingezogen im August 2000. Mietzins zu Beginn Fr 1080.- Mietzins heute 2.13. 1080.- Fr. Also trotz Teuerung nie verändert! Sprechen Sie doch nicht dauernd von zu hohen Mieten, Mietzinswucher, von nicht weiter gegebenen Mietzinssenkungen, usw. Es gibt viel mehr anständige Vermieter und harmonische Mietverhältnisse, als Sie meinen. Beste Grüsse H. Spy.
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    1. Antwort von Norman Lei, Bern
      Die Teuerung zwischen 2000 und heute beträgt 8.6%. Wenn 40% der Teuerung weitergegeben darf sind das 36.65 CHF Gleichzeitig ist der Refernzzinssatz von ca. 4.5% auf 2% gesunken, da wäre bei einer Nettomiete von 1080.- ein Senkung von 249.23 fällig. Wie werden dann also die die 200 Differenz begründet?Allgemeine Kostensteigerung? In einem Punkt geb ich ihnen aber recht, ich hatte bisher das Glück nur mit angenehmen Vermietern zu tun gehabt zu haben. Meistens kam die Senkung des Zinses von selbst.
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    2. Antwort von Hans Spycher, Niederwangen
      Ich gedenke nicht, meinen Mietern die Miete zu senken, ich werde sie aber auch nicht erhöhen, sollte der Referenzzins ansteigen. Bevor die jetzigen Mieter einzogen, habe ich die Wohnung - Gebäude ist genau 50 Jahre alt - total erneuert, Kosten im Sommer 2000 ca. 70'000.- Fr. der jetzige Mietzins ist ohnehin moderat.
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    3. Antwort von Markus, Lüthi
      Wie Sie unter http://www.portal-stat.admin.ch/lik_rechner/d/lik_rechner.htm bequem nachrechnen können, geht es bei der angesprochenen Teuerung und Betrag in diesem Zeitraum um genau 90.- Fr. Ausserdem bestreitet niemand, dass Sie bei der Anpassung der Miete wegen einem veränderten Referenzzinssatz auch die Teuerung berücksichtigen dürfen.
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