Wärmepumpen: Der Ombudsmann gibt Kauftipps

Die Installation einer Wärmepumpe braucht grosses Fachwissen. Geschulte Fachleute sind in der Schweiz jedoch Mangelware, Ärger ist oft programmiert. Der Ombudsmann der Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz erklärt im «Espresso», wie man sich vor bösen Überraschungen schützen kann.

Eine Wärmepumpe fürs Eigenheim mag sinnvoll sein. Wer allerdings zu schnell auf ein Angebot eingeht, muss unter Umständen mit viel Ärger und Kosten rechnen.Das hat das Beispiel des Ehepaars Benato gezeigt («Espresso»-Beitrag vom 16. Oktober).

Auch die Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz (FWS) kennt solche Fälle bestens. Peter Hubacher, der Ombudsmann für Streitfälle bei Wärmepumpen, war im «Espresso»-Studio und berichtete über seine Erfahrungen.

Ist der Fall der Familie Benato ein Einzelfall oder Alltag?

Peter Hubacher: In der Schweiz werden pro Jahr rund 20‘000 Wärmepumpen verkauft, davon landen ungefähr 100 Problemfälle auf unserem Tisch. Die Branche arbeitet gut, aber es gibt immer wieder solche Spezialfälle, insbesondere, wenn die Anlagen aus dem Ausland geliefert werden und in der Schweiz keine verpflichtete Firma – keine Anlaufstelle – vorhanden ist.

Doch nicht alles, was aus dem Ausland kommt, ist schlecht?

Peter Hubacher: Nein, überhaupt nicht. Sehr viele Produkte werden aus dem Ausland angeliefert. Doch diese sind einerseits auf Schweizer Verhältnisse ausgerichtet und andererseits – und das spielt eine wichtige Rolle – haben die Kunden in der Schweiz eine Anlaufstelle.

Mit welchen Problemen klopfen Wärmepumpen-Kunden bei Ihnen an?

Peter Hubacher: In erster Linie geht es um Nachlässigkeiten und um Nichtwissen. Eine Wärmepumpe ist komplizierter als ein Heizkessel, doch die Branche ist immer noch knapp und sogar zu wenig ausgebildet. Es braucht mehr Fachwissen, mehr geschulte Installateure. Die Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz bietet solche Weiterbildungen an, leider wird diese Möglichkeit kaum wahrgenommen, wir müssten die Installateure quasi in den Kurs prügeln.

Was sind typische Probleme?

Peter Hubacher: Oft funktioniert die Hydraulik oder die Warmwassbereitung nicht nichtig. Oder das Wärmetauschregister wurde nicht richtig installiert. Wir lassen uns vom betroffenen Kunden zuerst alle Dokumente zustellen, sehen uns dann die Anlage vor Ort an. Wenn wir dann der Installationsfirma die Fehler aufzeigen, wird der Mangel in der Regel in Ordnung gebracht.

Das rät der Experte

Um Ärger zu vermeiden, empfiehlt Peter Hubacher folgendes zu beachten:

  • Kaufen Sie nur Wärmepumpen mit Gütesiegel. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.
  • Wenden Sie sich nur an einen geschulten Fachmann. Eine Liste mit Adressen finden Sie hier.
  • Fragen Sie den Installateur im Beratungsgespräch nach seinen Erfahrungen.
  • Fragen Sie nach Referenzen und holen Sie bei diesen auch Erkundigungen ein.
  • Bei Beratungen am Messestand: Unterschreiben Sie nie sofort einen Vertrag. Fragen Sie Referenzen nach Ihren Erfahrungen und stellen Sie Vergleiche an.
  • Hat die Lieferfirma ihren Sitz im Ausland, achten Sie darauf, dass sie eine Kunden-Anlaufstelle in der Schweiz hat.

Ein unerfreuliches Beispiel:

Ein unerfreuliches Beispiel:

Wärmepumpen werden auf Verkaufsmessen zu zu 50 Prozent günstiger angeboten. Dafür geht der Käufer ein Risiko ein bei Beratung und Installation. «Espresso» erzählt einen typischen Fall. Weiter