Tricksereien der Autohersteller: Wie gefährlich sind sie für uns?

Nicht nur VW, auch andere Hersteller tricksen. Und zwar beim Stickoxid-Filter. Autos stossen im Alltag mehr von diesem Gas aus, als auf dem Prüfstand. Stickoxid ist bei zu hoher Belastung giftig. «Espresso» wollte wissen, was das für uns bedeutet. Lufthygiene-Experte Valentin Delb gibt Auskunft.

Die aktuellen Meldungen aus der Autobranche lassen aufhorchen. Immer mehr Hersteller tricksen mit Abgaswerten. Diese Woche kam heraus: Sobald die Temperaturen etwas kühler werden, schaltet sich bei vielen Fahrzeugen der Stickoxidfilter aus, das Gas gelangt praktisch ungefiltert in die Luft. «Espresso» wollte vom Fachmann wissen, wie gefährlich diese Tatsache für uns ist.

Valentin Delb, Leiter der Abteilung Lufthygiene des Kantons Zürich, gab im Interview Auskunft. Hier das wichtigste zusammengefasst:

  • Das Gas Stickoxid ist giftig. Zu hohe Belastungen führen zu Atemwegserkrankungen wie Atemnot und Bronchitis oder auch zu Reizungen der Augen und der Haut. Besonders anfällig sind Menschen, die bereits an Atemwegserkrankungen leiden.
  • Die Belastung ist in den städtischen Gebieten entlang der Hauptverkehrsstrassen am grössten. Sie macht rund die Hälfte aus. Die übrigen 50 Prozent werden durch Heizungen, durch Industrie und Gewerbe aber auch durch Baumaschinen und durch die Landwirtschaft verursacht.
  • Ein Diesel-PW stösst zehn Mal mehr Stickoxid aus als ein Benziner. Tendenziell werden zudem immer mehr Dieselfahrzeuge verkauft, dadurch wird die Belastung zunehmen.
  • Bereits jetzt liegen hohe Überschreitungen der Grenzwerte vor. Hauptverantwortlich dafür sind die jährlich zunehmende Verkehrsmenge und die Zunahme der Dieselfahrzeuge auf unseren Strassen. Die Tricksereien der Hersteller haben hier einen eher kleinen Einfluss. Dennoch ist klar: Jedes überschrittene Gramm ist zuviel.