Unerwünschtes Roaming in Grenznähe bleibt ein Problem

An der Grenze ist der Handyempfang oft bescheiden. Einer der Gründe: Die angrenzenden Länder haben höhere Strahlengrenzwerte. Schweizer Handys wählen sich deshalb oft in diese Netze ein. Wer sein Gerät falsch eingestellt hat, tappt in die Kostenfalle. Daran wird sich so schnell nichts ändern.

Wer nahe der Grenze wohnt, ist sich der schwierigen Handy-Situation bewusst. Wer jedoch beispielsweise zu Besuch an den Bodensee reist, muss im Nachhinein mit einer gesalzenen Roaming-Rechnung rechnen. Immer wieder melden sich auf der «Espresso»-Redaktion Hörer, denen das passiert.

Sich wehren kann sich lohnen

Ein Hörer erzählt im SRF-Konsumentenmagazin, er habe die Rechnung über 128 Franken Roamingkosten nicht akzeptiert. Schliesslich zahle er bei seinem Anbieter Sunrise eine Stange Geld dafür, dass Telefongespräche im Inland inklusive seien. Und er habe die Schweiz zu keiner Zeit verlassen. Es brauchte einige Beharrlichkeit, bis Sunrise nachgab und ihm 100 Franken erliess.

Im Normalfall geben sich die Anbieter nur kulant, wenn aufgrund eines technischen Fehlers ein Info-SMS, welches den Kunden auf möglicherweise anfallende Roamingkosten hinweist, nicht angekommen ist. In diesem Fall kam es zwar an, der Sunrise-Kunde hatte es jedoch lediglich zu Kenntnis genommen. Weil er sich nach wie vor auf Schweizer Boden befand, beachtete er es nicht.

Politik entschärfte das Problem nicht

Die Anbieter Swisscom, Sunrise und Salt geben sich auf Anfrage von «Espresso» pessimistisch, was die Zukunft des Empfangs in Grenznähe angeht. Nachdem der Ständerat letzten Dezember eine Erhöhung der Strahlengrenzwerte für Mobilfunk-Antennen in der Schweiz bachab geschickt hat, seien ihnen die Hände gebunden. Es gebe keine technische Entwicklung, die die Situation verbessern könnte.

Manuelle Netzwahl oder Datenroaming abschalten

Dabei handelt es sich offensichtlich um ein Problem, von dem viele Kunden betroffen sind. Alleine Salt verzeichnet rund 20 Anfragen zum Thema – pro Woche. Swisscom und Sunrise geben dazu keine konkreten Zahlen bekannt. Aber der Tipp für die Kunden ist überall der gleiche: Das Handy von automatischer auf manuelle Netzwahl stellen. So würden Roaming-Kosten vermieden.

Was die Anbieter nicht erwähnen: Mit der manuellen Netzwahl haben die Mobiltelefone oft entlang der Grenze gar keinen Empfang. Wer insbesondere hohe Kosten für Datenverkehr auf ausländischen Netzen verhindern, aber dennoch erreichbar bleiben will, stellt deshalb in seinem Handy die Option Datenroaming auf aus (Anleitungen siehe unten).

Datenpakete frühzeitig kaufen

Wer weder aufs Telefonieren noch aufs Surfen verzichten will, hat bei allen Anbietern die Möglichkeit, Datenpakete zu kaufen. Kunden werden auf diese Option per SMS hingewiesen, sobald sich das Handy in ein fremdes Netz einwählt. Vorsicht: Zu diesem Zeitpunkt hat das Handy unter Umständen bereits selbständig im Hintergrund Daten verbraucht – zu deutlich unvorteilhafteren Preisen.

Anleitungen für iPhone:

Manuelle Netzwahl:

1. «Einstellungen» → «Netzbetreiber» → Schieber bei «Automatisch» nach links auf «aus» schieben.
2. Eigenen Netzbetreiber wählen.

Datenroaming aus:

1. «Einstellungen» → «Mobiles Netz» → «Datenoptionen».
2. Bei «Datenroaming» Schieber nach links auf «aus» schieben.

Anleitungen für Android:

Manuelle Netzwahl:

1. «Einstellungen» → «Verbindungen» → «Mobile Netzwerke.
2. Unter «Netzbetreiber» und «Verfügbare Netze» nun das eigene Netz direkt auswählen, anstatt «automatisch auswählen» zu benutzen.

Datenroaming aus:

1. «Einstellungen» → «Weitere Einstellungen» → «Mobile Netzwerke.
2. Bei «Daten-Roaming» (standardmässig aktiviert) Schieber nach links auf «aus» schieben.

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