Unterhaltsarbeiten, die Hausbesitzer oft vergessen

Wer ein Einfamilienhaus besitzt, ist selber für den Unterhalt verantwortlich. Dabei gibt es Arbeiten, die Hausbesitzer oft vergessen. Ansgar Gmür, Direktor des Schweizer Hauseigentümerverbandes (HEV), erklärt im «Espresso», welche Unterhaltsarbeiten wichtig sind.

Hausbesitzer kennen das zur Genüge: In regelmässigen Abständen flattern Offerten von Firmen ins Haus, die den Boiler entkalken, die Kanalisation spülen und alles mögliche rund ums Haus erledigen möchten.

Der eine oder andere fragt sich da: Was ist wirklich nötig? Und wie häufig sollte man solche Unterhaltsarbeiten erledigen? «Espresso» hat bei Ansgar Gmür, Direktor des Schweizer Hauseigentümerverbandes (HEV), nachgefragt. Hier seine Empfehlungen:

  • «Das Dach sollte nicht erst repariert werden, wenn es rein regnet», sagt Ansgar Gmür. Gebrochene Ziegel oder kaputte Schneefänger sollte der Dachdecker austauschen oder reparieren. Auch Marder können durch kleine Löcher ins Unterdach schlüpfen und dort sehr viel Schaden anrichten.
  • Was ebenfalls oft vergessen gehe, sei die Entkalkung des Boilers. Vor allem bei hartem Wasser lagere sich Kalk im Boiler ab. «Wenn der Boiler verkalkt ist, kann er das Wasser nicht mehr richtig aufheizen und braucht dafür sehr viel Strom», sagt Gmür. Alle fünf bis zehn Jahre sei eine professionelle Reinigung notwendig.
  • Aus den Augen aus dem Sinn: Auch die Kanalisation und die Abwasserleitungen müssen Hausbesitzer regelmässig reinigen lassen. Denn wenn das WC nicht mehr ablaufe, sei es zu spät, sagt Ansgar Gmür: «Solche Schäden sind sehr unangenehm und teuer.» Wer seine Leitungen alle fünf bis zehn Jahre von einem Profi spülen lasse, sei auf der sicheren Seite. Geld sparen könne man, wenn man sich für die Reinigung mit den Nachbarn zusammentue, so könne man sich die Kosten aufteilen.

Bei Stockwerkeigentum wirds schwierig

Unterhaltsarbeiten sind auch bei Mehrfamilienhäusern mit Eigentumswohnungen nötig. Doch dort sei es ungleich schwieriger, solche Arbeiten durchzuführen, sagt Bauberater Othmar Helbling. Er ist Vorstandsmitglied der Kammer unabhängiger Bauberater (KUB): «Die Stockwerkeigentümer müssten in einen Erneuerungsfonds einzahlen und das Geld für Dach- oder Fassadensanierungen über Jahre ansparen. Doch meine Erfahrung zeigt, dass diese Fonds chronisch unterdotiert und die Stockwerkeigentümer sich über nötige Unterhaltsarbeiten nicht einig sind.»

Darum die Empfehlung von Helbling: Frühzeitig einen Sanierungsplan erstellen und das nötige Geld über die Jahre zusammensparen. So erlebe man keine bösen Überraschungen.

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