Viermal denselben Bettelbrief vom Roten Kreuz

Eigentlich hätte Familie Rohrbach aus dem Baselbiet nichts gegen das Schweizerische Rote Kreuz. Trotzdem hat sie sich kürzlich richtig genervt über die Hilfsorganisation. Denn es lag viermal genau derselbe Spendenaufruf im Briefkasten. Das müsste doch auch anders gehen!

Ein Bettelbrief mit einem Taschentuch-Päckchen drin. Diesen erhielt Familie Rohrbach sowohl an die ganze Familie, an die Mutter, als auch an die beiden minderjährigen Kinder adressiert. Viermal das Gleiche, das ist für Mutter Christine Rohrbach zu viel des Guten: «Ein Brief pro Familie sollte reichen», findet sie. Von einer Hilfsorganisation erwarte sie, einen effizienten und sparsamen Umgang mit Spendengeldern.

Das Schweizerische Rote Kreuz, SRK, erklärte den vierfachen Versand damit, dass es bei seinem Jubiläums-Gewinnspiel in diesem Sommer vier Teilnahmetalons der Familie erhalten habe: «Die Adresse wurde viermal erfasst, weil wir nicht feststellen konnten, dass es sich hier um die gleiche Familie handelt», sagt SRK-Sprecher Beat Wagner gegenüber «Espresso».

Mehrfach Angeschriebene sollen sich melden

Auch dass das SRK Spendenaufrufe an die minderjährigen Kinder der Familie geschickt habe, habe mit diesem Wettbewerb zu tun. Das Mindestalter für die Teilnahme sei 18 Jahre gewesen und davon sei man bei den Antworten ausgegangen, rechtfertigt sich Wagner. Bei der Familie Rohrbach kann sich allerdings niemand daran erinnern, beim Jubiläumswettbewerb mitgemacht zu haben. Das SRK hat sich inzwischen bei Familie Rohrbach entschuldigt und versprochen, dass sie in Zukunft nur noch einen Spendenaufruf erhalten werde.

Nicht nur beim Roten Kreuz, sondern auch bei anderen Hilfswerken kommt es immer wieder vor, dass derselbe Haushalt oder sogar dieselbe Person denselben Bettelbrief mehrfach erhält. Oder dass jemand findet, er erhalte von derselben Organisation zu viele Briefe pro Jahr. SRK-Sprecher Beat Wagner empfiehlt in so einem Fall zu reagieren: «Man kann die Post mit einem entsprechenden Vermerk darauf einfach zurückschicken.» Oder man könne eine E-Mail schreiben oder bei der Organisation anrufen. Beim SRK beispielsweise würden die Adressen und auch die Häufigkeit des Versands dann auf jeden Fall angepasst. Schliesslich wolle man ja weder, dass sich Leute durch Spendenaufrufe belästigt fühlen, noch unnötig Briefe verschicken.

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