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Konsum Wachteleier-Bschiss: Kontrollen der Detailhändler haben versagt

Jahrelang sind im Detailhandel spanische Wachteleier als Schweizer Eier aus Bodenhaltung verkauft worden. Das SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» will von Migros und Coop wissen, weshalb der Beschiss bei internen Kontrollen nicht längst festgestellt worden ist.

Legende: Audio Wachtelei-Bschiss: Kontrollen der Detailhändler haben versagt abspielen.
4:14 min, aus Espresso vom 24.08.2016.

Der grösste Produzent von Wachteleiern in der Schweiz hat jahrelang Konsumenten und Detailhändler getäuscht. Er hat spanische Eier umetikettiert und diese als Schweizer Eier verkauft. Und unter dieser Kennzeichnung sind die Eier dann in den Regalen von Migros, Coop und Co. gelandet. Das zeigten Recherchen des «Kassensturz».

Legende: Video Grosser Eier-Betrug: Spanische statt Schweizer Wachteleier abspielen. Laufzeit 10:00 Minuten.
Aus Kassensturz vom 23.08.2016.

Als Konsument fragt man sich, wie es möglich ist, dass sich die Detailhändler so lange an der Nase haben herumführen lassen.

Migros: «Vertrauen ist wichtig»

Auf Anfrage heisst es bei der Migros, dass man langfristige Beziehungen mit den Lieferanten pflege. «Und bei solchen ist Vertrauen enorm wichtig», sagt Sprecherin Martina Bosshard. Lieferanten würden durchaus kontrolliert – auch vor Ort.

«Rückverfolgbarkeit ist für uns zentral. Wir wollen wissen unter welchen sozialen und ökologischen Bedingungen unsere Produkte hergestellt werden.» Allerdings: «Herkunftsanalysen im Labor sind nicht im Einsatz.» Man prüfe aber derzeit, ob Migros diese Methode künftig einsetzen könne.

Coop: Herkunft wird im Labor kontrolliert

Einen Schritt weiter ist nach eigenen Angaben Coop. «Wir führen in unseren Labors Analysen durch mit denen wir die Herkunft der Produkte feststellen können.» So falle es beispielsweise auf, wenn in einem Produkt aus Südosteuropa Bestandteile asiatischer Pflanzen gefunden würden.

Dennoch ist der besagte Wachteleier-Lieferant auch bei Coop nicht aufgeflogen. Sprecher Ramón Gander begründet, man führe sogenannt risikobasierte Stichproben durch. «Das heisst, wir schätzen ab, wie hoch das Risiko ist, dass ein Produkt nicht den Anforderungen entspricht.»

Bei den Wachteleiern hätten in letzter Zeit keine Herkunftsanalysen stattgefunden. «Da haben wir das Risiko offenbar anders eingeschätzt als es tatsächlich gewesen ist.»

Vorerst keine Wachteleier mehr im Verkauf

Zu den Kunden des Thurgauer Eierlieferanten gehören neben Coop und Migros beispielsweise auch Globus und Manor. Sie alle haben den Verkauf von Wachteleiern unterdessen gestoppt. Noch unklar ist, wie lange Liebhaber von Wachteleiern verzichten müssen.

Migros-Sprecherin Martina Bosshard sagt: «Wir wollen Wachteleier aus Bodenhaltung anbieten – und am liebsten Eier aus der Schweiz. Deshalb prüfen wir nun, ob es einen Produzenten gibt, der uns solche Wachteleier liefern kann.» Man gehe aber davon aus, dass in den nächsten Monaten keine Wachteleier im Sortiment seien.

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