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«Espresso Aha!» Warum Schuh- und Schlüsseldienste so oft zusammen sind

Als Joaquim Pereira (64) als junger Mann aus Portugal in die Schweiz einwandert, bieten sich ihm und seinen Landsleuten hauptsächlich zwei Alternativen: Ein Job auf dem Bau oder im Gastgewerbe. Er beginnt im Gastgewerbe, erhält dann aber eine Arbeit samt Ausbildung bei der Schuh- und Schlüsseldienst-Kette «Mister Minit» - und bleibt bei diesem Métier.

Vielseitige Inhaber

Seit über 10 Jahren führt er sein eigenes Geschäft in Arbon. Nur mit Schuhmacherei oder einem Schlüsseldienst allein könne man heutzutage schlichtweg nicht überleben, erklärt Pereira gegenüber «Espresso». Deshalb brauche es diese Kombination. Zusätzlich biete er auch Gravuren und Stempel an und vermittle Kunden an eine Versicherung. Daneben amtet er auch noch für die Polizei als Portugiesisch-Dolmetscher.

Die Inhaber der meisten anderen Schuh-/Schlüsselservices haben ebenfalls solch zusätzliche Dienstleistungen im Angebot: von Näharbeiten bis zum PC-Support oder zur Handy-Reparatur.

Gemeinsamkeit: Eine einfache Arbeit, die sich vor Ort schnell erledigen lässt

Vom Arbeitsablauf her hätten Schuh- und Schlüsselservices nichts gemeinsam, ausser dass man dafür handwerklich begabt sein sollte und genau arbeiten müsse, sagt Pereira. Das bestätigt auch Roman Wild, Wirtschaftshistoriker an der Hochschule Luzern. Er erwähnt aber einen anderen gemeinsamen Nenner: Es handelt sich um Dienstleistungen für den Alltagsbedarf, die sich schnell, unkompliziert und mit relativ geringem Platzbedarf vor Ort erledigen lassen.

Stöckelschuhe im Kopfsteinpflaster

Und so seien die Gründer der grossen Schuh- und Schlüsselservice-Kette «Mister Minit» damals in den fünfziger Jahren in Brüssel auf ihre Geschäftsidee gekommen, erklärt der Historiker: «Die Damen haben sich immer wieder auf dem Kopfsteinpflaster Brüssels die Absätze abgebrochen.» Traditionelle Schuhmacher hätten in jener Zeit lange gebraucht, um die Schuhe zu reparieren.

Die erste «Mister-Minit»-Filiale hingegen bot ab 1957 eine unkomplizierte Alternative unter der Rolltreppe eines Warenhauses. Und um wirtschaftlich zu überleben, erweiterte auch «Mister Minit» zügig seine Dienstleistungspalette – und eröffnete Filialen in zahlreichen Ländern.

«Espresso Aha!»

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