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«Espresso Aha!» Was hat es mit dem Januarloch auf sich?

Nach den kostspieligen Festtagen fallen viele schon Anfang Jahr geldmässig ins Januarloch. Auch im Detailhandel oder in den Bergen kennt man das Phänomen. «Espresso Aha!» kennt die Gründe.

Legende: Audio «Espresso Aha!»: Was hat es mit dem Januarloch auf sich? abspielen. Laufzeit 05:55 Minuten.
05:55 min, aus Espresso vom 08.01.2018.

Die vielen Geschenke oder das teure Silvesteressen sorgen bei vielen Leuten im Januar für Ebbe im Portemonnaie. Kommt noch dazu, dass der Dezemberlohn häufig bereits am 20. Dezember ausbezahlt wird. Das heisst, er muss fünf Tage länger reichen als normal. Zudem geht der 13. Monatslohn bei vielen für Geschenke, Steuern oder für die Säule 3a weg.

Mehrere Jahresrechnungen sind fällig

Ist das Januarloch also Realität? Sébastian Mercier, Geschäftsführer von Schuldenberatung Schweiz antwortet mit «Jein.» Es sei zwar so, dass im Januar mehrere Jahres- oder Halbjahresrechnungen fällig würden. «Autobesitzer müssen Ende Dezember beispielsweise die Autoversicherung und die Verkehrsabgaben bezahlen. Das kann die Ursache dafür sein, dass sie im Januar weniger Geld zur Verfügung haben.»

Allerdings sei das Januarloch keine typische Schuldenfalle, sagt Mercier: «Die meisten Leute geraten durch einen Jobverlust oder durch eine Trennung in finanzielle Schwierigkeiten.» Und: Die Betroffenen würden oft viel zu lange warten, bis sie sich Hilfe holen.

Gibt es ein Januarloch in den Bergen?

Der finanzielle Engpass im Januar ist also durchaus Realität. Wie sieht es in den Bergen aus? «Espresso» fragt bei Schweiz Tourismus nach. Mediensprecher Markus Berger sagt, in den Skigebieten gebe es kein grundsätzliches Januarloch.

Dies zeigen die Übernachtungszahlen: «In den letzten zehn Jahren lagen die Hotelübernachtungen aller Gäste in den Berggebieten im Januar über jenen vom Dezember. Das Verhältnis von Januar und Dezember blieb dabei über die Jahre mehr oder weniger unverändert.» Dazu komme, dass beispielsweise russische Touristen Weihnachten und Neujahr vom 7. bis 14. Januar feiern würden. Dies sorge je nach Destination für zusätzliche Gäste.

Ob es viele oder weniger Skifahrer und Snowboarder im Skigebiet habe, hänge im Januar auch stark vom Wetter und den Schneeverhältnissen ab, heisst es beispielsweise bei Davos-Klosters-Tourismus. Wenn Wetter und Schnee gut seien, kämen viele Tagesausflügler.

Veranstaltungen sorgen für Gäste im Januar

Diese Erfahrung hat auch Casimir Platzer gemacht. Er ist Präsident von Gastrosuisse und führt das Belle-Epoque-Hotel Victoria Jungfrau in Kandersteg. Er unterscheidet zwischen Städten und Skiregionen: «In den Bergen ist das Januarloch oft eine Realität. Wenn die Weihnachtsferien vorbei sind, wird es zwei, drei Wochen ruhiger. Bevor dann im Februar die Sportferien beginnen.»

Um die Flaute zu überbrücken, gebe es im Berner Oberland viele Events, wie die Belle-Epoque-Woche in Kandersteg, das Lauberhorn-Rennen in Wengen oder den Ski-Weltcup in Adelboden. Dass wegen dem Januarloch weniger Leute ins Restaurant kämen, kann er nicht bestätigen.

Dank Ausverkauf nur kleines Januarloch im Detailhandel

Auch im Detailhandel ist das Januarloch durchaus spürbar, bestätigt Migros-Sprecherin Monika Weibel: «Im Januar ist es tatsächlich so, dass viele Kunden nach all den Einkäufen im Dezember wieder etwas sparsamer werden. Die Festtage sind vorbei, der Alltag rückt wieder in den Vordergrund.»

Andererseits sei der traditionelle Ausverkauf im Januar auch ein Anlass für Kunden, ein neues Sofa oder einen Rasenmäher zu kaufen, erklärt die Migros-Sprecherin. Bei Manor merkt man vom Januarloch nicht viel, heisst es auf Anfrage. Dies, weil jeweils nach den Feiertagen der traditionelle Winterausverkauf beginne.

«Espresso Aha!»

«Espresso Aha!»

Jeden Montag beantwortet die Konsum-Sendung «Espresso» auf Radio SRF 1 in der Rubrik «Aha!» eine Frage aus dem Publikum. Haben auch Sie eine? Stellen Sie sie!

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