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Neue Phishing-Methode Wegen Betrugsfällen: Post schränkt Umleitung von Paketen ein

Nach einer Welle von Betrugsfällen können Postkunden Pakete nicht mehr an Päckli-Automaten der Post weiterleiten.

Legende: Audio «Wegen Betrugsfällen: Post schränkt Umleitung von Paketen ein» abspielen. Laufzeit 4:18 Minuten.
4:18 min, aus Espresso vom 06.02.2018.

Die Kantonspolizei Zürich mahnt zur Vorsicht und spricht von hunderten Betrugsfällen. Betrüger schlüpfen mittels gestohlener Login-Daten in die Haut von bestehenden Kunden von Online-Shops und bestellen Waren per Rechnung. Die Pakete leiten sie dann über das jeweilige Post-Benutzerkonto an Paketautomaten oder andere Abholstellen um und holen die Waren ab. Die Rechnung für die meist elektronischen Geräte landen bei den betroffenen Kunden.

Das SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» hatte Anfang Dezember über einen Fall berichtet, wo auf diese Weise zwei Smartphones im Wert von 2000 Franken erbeutet wurden. Wie eine Sprecherin der Post auf Anfrage bestätigte, gab es kurz danach eine regelrechte Welle von solch betrügerischen Umleitungen über die Benutzerkonten von Postkunden.

Umleitung an «PickPost» und «My Post 24» nicht mehr möglich

Mitte Januar hat die Post reagiert: Paket-Umleitungen an «PickPost»-Stationen und «My Post 24»-Automaten sind seither nicht mehr möglich. Diese Abholstationen waren bei den Betrügern besonders beliebt. Wie Post-Sprecherin Jacqueline Bühlmann erklärt, sollte die Massnahme spätestens im April wieder aufgehoben werden können. Bis dahin arbeite die Post an Massnahmen, um die Umleitung sicherer zu machen.

Alle anderen Funktionen des Kundenkontos sind weiterhin unbeschränkt nutzbar, so auch Umleitungen an andere Adressen. Weitere Betrugsfälle können demnach nicht ausgeschlossen werden. Die Post rät ihren Kunden, zum Login ins Benutzerkonto eine sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung zu wählen. Ähnlich wie beim Online-Banking wird so erst über ein SMS-Code Zugang zum Benutzerkonto gewährt.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Olivier Wetli ("nicht von dieser Welt")
    Versteh immer noch nicht wie ein Betrüger gleichzeitig an mein Login für Online-Shop UND das Login für mein Postkonto kommt? Verwenden da schlaue User ein und dasselbe Passwort?
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    1. Antwort von Alfons Bauer (frustriert)
      Das frage ich mich auch. Im anderen Bericht zu diesem Thema heisst es "Sobald die Versandbestätigung der Post eintrifft [...]". Eine Versandbestätigung kommt per e-Mail. Die Betrüger kaufen also nicht nur über das Onlineshop-Konto des Opfers die Ware, sie müssen auch Zugriff auf sein Mailkonto haben um das weitere Vorgehen vorzutäuschen (und das Mail der Versandbestätigung zu löschen, damit das Opfer nichts merkt).
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    2. Antwort von Redaktion «Espresso»
      Hallo. Es gibt zwei Erklärungen dafür: Entweder verwenden die Leute effektiv die gleichen Logins, «Espresso» hat Kenntnis von so einem Fall. Oder die Betrüger haben (z.B. im Darknet) ganze Pakete gekauft, wo verschiedene Benutzernamen und Passwörter eines Benutzers dabei sind. Und richtig: Die Betrüger haben so auch Zugriff auf die Mailkonten der Opfer, nur so funktioniert der Betrug.
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    3. Antwort von Felix Rothenbühler (Felix Rothenbühler)
      Es sind verschiedene Szenarien denkbar. Gewisse Shops lassen den Versand von Waren an Dritte zu. Es genügt also, einerseits einen Zugang zu einem solchen Shop zu haben und andererseits einen zu einem Post-Konto. Es ist auch denkbar, dass hier Partner zusammenarbeiten und einen solchen Betrug nur vortäuschen: A gibt sein Login zum Shop, B seines für die Post und C holt die Ware am Umleitungsort ab. Interessant wäre noch zu wissen, wer in diesen Fällen den Schaden übernimmt.
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