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Weinflaschen öffnen muss nicht kompliziert sein
Aus Kassensturz vom 12.01.2021.
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Korkenzieher im Praxistest Weinflaschen öffnen muss nicht kompliziert sein

«Kassensturz» schickte zwölf Korkenzieher in den Praxistest. Komplizierte Modelle können nicht mithalten.

Zwei einfache Kellnermesser sind die besten Korkenzieher im Praxistest von «Kassensturz». Der «sehr gute» Testsieger von Pulltex kostet knapp 75 Franken, der «gute» Zweitplatzierte von Prix Garantie ist für knapp 5 Franken zu haben. «Schlecht» kam bei der Jury eine Luftpumpe als Flaschenöffner an. Mit «ungenügend» bewertete sie ein pinzettenartiges Modell und einen Spindel-Korkenzieher. Die weiteren sieben Modelle schnitten allesamt mit «genügend» ab.

Testtabelle

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Testtabelle

Die detaillierten Testresultate finden Sie hier.

Hebelwinkel ist entscheidend

Auffällig: Beide Kellnermesser auf den Spitzenplätzen haben einen zweistufigen Hebel, beziehungsweise einen längeren Hebel, der das vollständige Herausziehen des Korkens erleichtert. Der einstufige Hebel des M-Budget-Kellnermessers – gekauft bei Migros für 4.95 Franken – ist kurz und benötigt einen deutlich grösseren Kraftaufwand. Das gibt Punkteabzug, Gesamtbewertung «genügend».

Die Jury

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  • Werner Baumhakl, Professor für Industriedesign an der Fachhochschule Nordwestschweiz
  • Meret Wacker, diplomierte Industriedesignerin
  • Marcel Gabriel, Dozent an der Hotelfachschule Luzern
  • Aline Sigrist, Absolventin der Hotelfachschule Luzern
  • Irene Grünenfelder, Winzerin Weingut Eichholz
  • Johannes Hunger, Winzer Weingut Eichholz

Pumpe ein «Party-Gag»

Am schlechtesten bewertete die Jury Corky, eine Pumpe, die durch Luftdruck den Korken anhebt. Bei mehreren Jurymitgliedern landete der Zapfen in der Flasche. Das Entkorken gelang nur Testern mit grossen, starken Händen, und zwar mit erheblichem Kraftaufwand. Verschiedentlich flog der Korken unkontrolliert durch den Raum. Als Party-Gag allenfalls attraktiv, für gepflegtes Weintrinken ungeeignet, urteilte die Jury. Dosiert und lautlos zu entkorken war nämlich nicht möglich.

Der Schweizer Hersteller kritisiert das Testergebnis. Corky werde von Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz und im Ausland seit 55 Jahren geliebt. Ohne grossen Kraftaufwand mache er mit jedem Korken kurzen Prozess, auch bei alten, brüchigen Korken.

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Cédric Thévenaz, Kellermeister bei Zweifel Weine, über die Wichtigkeit der Lagerung
Aus Kassensturz vom 12.01.2021.
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Pinzette und ungenügende Spindel

Mit der Gesamtbewertung «ungenügend» schnitt der Federzungen-Korkenzieher von Vacuvin ab. Für den Alltag nicht geeignet, jedoch bei alten Weinen, deren Zapfen nicht mehr einwandfrei ist, ein notwendiges Hilfsmittel, notierten Testerinnen und Tester. Mit etwas Übung und Geschick liesse sich dann der Korken behutsam entfernen. Genau dafür sei das Produkt auch da, schreibt der Hersteller an «Kassensturz».

So wurde getestet

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Mit jedem Korkenzieher öffnete jedes Jurymitglied mindestens zwei Weinflaschen (bei Bedarf standen weitere Flaschen zur Verfügung), die für den Test mit Wasser befüllt worden waren. In einem Fragebogen bewertete die Jury sechs Kriterien mit Schulnoten und notierte Beobachtungen.

Die Kriterien:

  • Kapsel öffnen
  • Korkenzieher platzieren und eindrehen
  • Korken ziehen
  • Korken aus Korkenzieher entfernen
  • Korkenzieher verstauen und aufbewahren
  • Konstruktion

«Ungenügend» auch der Spindelkorkenzieher A Table von Coop: Die Spindel liess sich nur schwer in den Korken eindrehen, und auch das Herausziehen gelang nicht problemlos. Coop schreibt, man könne das Testergebnis nicht nachvollziehen. Das Produkt käme gut an. Man nehme aber die Ergebnisse zum Anlass, die Qualität des Korkenziehers weiter zu verbessern.

Flügelkorkenzieher «genügend»

Alle drei getesteten Flügelkorkenzieher schneiden mit «genügend» ab, den besten Eindruck hinterliess bei der Jury Cucina&Tavola aus der Migros. Bei den Spindelkorkenziehern von Le Creuset und Victorinox gingen die Meinungen der Jurymitglieder auseinander, was zur Gesamtbewertung «genügend» führte.

Beim grossen, schweren Modell Octopus von Vinart gelang es einigen Testerinnen und Testern erst nach Studium der Gebrauchsanleitung, eine Flasche zu entkorken. Die umständliche Konstruktion und das grosse Volumen sowie das Gewicht des Korkenziehers führten zu Abzügen und der Gesamtbewertung «genügend».

Trick für den Alltag

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    Weinflasche ohne Korkenzieher öffnen
    Aus Trick 77 vom 19.11.2019.
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    Weinflasche öffnen ohne Korkenzieher

    Hast du schon mal eine Weinflasche ohne Korkenzieher geöffnet? SRF 1 «Trick 77» hat ein paar Tipps getestet – mit unterschiedlichem Erfolg.

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Kassensturz, 12.01.2021, 21.05 Uhr

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Jost  (Stingray83)
    Die Vorteile (2-stufig Hebel) des Testsiegers Kellnermesser Toledo dieser Prüfung im 2021 ist sicher unbestritten. Das Abschneiden des Produktes „Vinart Octopus“ im Test kann ich nicht ganz nachvollziehen. In der Saldo Ausgabe 3/2015 resp. K-Tipp Ausgabe 4/2015 war dieser Korkenzieher „Testsieger“; die „Mitbewerber“ haben sich nicht merklich geändert (gewisse Kandidaten sind seit Jahren nahezu unverändert).
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  • Kommentar von Urs Widmer  (pinkpoet)
    Ich hab im Film den Test mit dem Vinart-Korkenzieher gesehen, den ich selber seit Jahren benutze. Ich würde da sagen, man muss das Teil ein paar Male benutzt haben, dann funkts ziemlich perfekt. Es gibt immer einen Korken, der's in sich hat...da hilft nur Erfahrung und kreative Ideen - ansonsten, je einfacher desto besser. Früher waren auch die Typen von Coop/Ikea einfach stabiler gefertigt und haben Jahrzehnte gute Dienste geleistet.
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  • Kommentar von Silas Räber  (Silair)
    Warum wohl heisst ein Kellnermesser Kellnermesser? Weil der Kellner damit die Flaschen öffnet. Dies muss schnell und effizient gehen (habe selbst im Service gearbeitet). Der Pulltab's (von Hr. Egloff bereits erwähnt) ist auch mein persönlicher Favorit. Aber in erster Linie gilt, hauptsache 2 - Stufig sowie ein scharfes, gezacktes/geschwungenes Messer.
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