Weissmacher-Zahnpasta im Test: Wahrlich keine Glanzleistung

Strahlend weisse Zähne ohne grossen Aufwand. Das verspricht die Werbung für die Pasten mit Weissmacher-Effekt. Die Kandidaten im Test von «frc mieux choisir» glänzten allerdings nicht besonders. Sie schnitten kaum besser ab als eine herkömmliche Vergleichs-Zahnpasta.

Mann putzt sich die weissen Zähne.

Bildlegende: Für blendend weisse Zähne reicht auch eine herkömmliche Zahnpasta. Colourbox

Das Fazit des Westschweizer Konsumentenmagazins «frc mieux choisir» sorgt nicht gerade für ein glänzendes Lächeln: Neun Weissmacher-Zahnpasten aus dem Gross- und Drogeriehandel wurden getestet und mit einer Standard-Zahnpasta verglichen. Keine konnte überzeugen. Sechs der Weissmacher schnitten gar schlechter ab als die normale Paste.

Zu hoher RDA-Wert schädigt die Zähne

Dabei hatten sie so manche Gelegenheit, sich zu beweisen: Der Test wurde in drei Schritten durchgeführt:

  • Im Labor wurden die Kandidaten auf den Fluor-Gehalt und auf ihre Abrasion (Abtragung) und damit auch auf die Gefahr der Zahnschädigung untersucht.
  • Danach wurden die Zahnpasten von 30 Testpersonen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren während eines Monats angewendet, um die Reinigungsfähigkeit und die Bleichwirkung zu evaluieren. Farbunterschied und Abrasion wurden von einem Zahnarzt untersucht. Die Testpersonen beantworteten zusätzlich Fragen zu Geschmack, Zusammensetzung, Bleichwirkung etc.
  • In einem letzten Schritt wurden Verpackung und vor allem die Inhaltsangaben unter die Lupe genommen.

Achten Sie auf den RDA-Wert!

Auf den meisten Zahnpasta-Tuben ist ein sogenannter RDA-Wert aufgeführt. Er gibt an, wieviel Zahnsubstanz im Laborversuch abgerieben wurde. Je höher der Wert, desto grösser ist der Abrieb. Eine gewisse Abrasion ist notwendig, um Verfärbungen zu entfernen. Daher haben alle Zahnpasten eine gewisse Abrieb-Wirkung und somit einen RDA-Wert. Ist diese Wirkung zu stark, kann das aber zu Schädigungen führen. Konkret können Dentinschäden entstehen, Zahnhartsubstanz kann verloren gehen.
Der RDA-Wert sollte daher bei Zahnpasten unter 80 liegen. Wer unter Zahnhypersensibilität leidet, greift besser zu Zahnpasten mit einem RDA-Wert unter 40.

Zur Bewertung der Kandidaten wurden folgende Kriterien hinzugezogen:

  • Wirksamkeit (75%): Abrasion, Reinigung, Aufhellung, Fluorgehalt
  • Anwendung (15%)
  • Verpackung (10%)

In Sachen Inhaltsangaben wurden keine Mängel gefunden. Doch konnte keine Weissmacher-Zahnpasta ihr grosses Versprechen einhalten. Durchs Band alle Kandidaten erhielten beim Testkriterieum «Aufhellung» ein ungenügend. Und das, obschon die Konsumenten für Zahnpasten für weissere Zähne deutlich mehr bezahlen. Vergleicht man Preis/Leistung der Besten im Test mit der «normale» Referenz-Zahnpasta, wird deutlich: Mehr bezahlen für weisse Zähne ist nicht nötig.

Hier die zwei Besten im Test:

Colgate Max white Expert white
Bewertung: 59,3 von 100 Punkten
Preis: 5.60 Franken
Bemerkungen: Sehr guter Abrasionswert, hoher Fluorgehalt. Jedoch ungenügende Aufhellung.

Email Diamant Rot
Bewertung: 49,4 von 100 Punkten
Preis: 11.60 Franken
Bemerkungen: Guter Abrasionswert, hoher Fluorgehalt. Aber auch hier ein «Ungenügend» in Sachen Aufhellung und mittelmässige Werte bei der Reinigung.

Im Vergleich dazu die herkömmliche Zahnpasta:

Colgate Total original
Bewertung: 46,8 von 100 Punkten (Rang 4)
Preis: 3.00 Franken
Bemerkungen: Eher schlechte Bewertung bei der Abrasion, sehr gut in Sachen Fluor, gute Reinigungsergebnisse.

Ungenügend schnitt übrigens die Paste Elgydium ab. Sie konnte lediglich bei der Reinigung überzeugen, beim wichtigen Fluorgehalt und bei der Aufhellung gab es ein «Ungenügend».

Quelle: «frc mieux choisir» - Ausgabe 95 vom Februar 2017

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28.01.14: Elektrozahnbürsten-Test: Gute Ergebnisse ab 40 Franken

8:00 min, aus Kassensturz vom 28.1.2014

Rubrik «Testsieger»

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