Wie Google mit Apps Daten sammelt

Eine App ist schnell installiert. Doch sie kann massenhaft Daten sammeln. Exzessiv nutzt dies der Suchmaschinen-Konzern Google. Ganz legal. Denn die User müssen eine für sie nachteilige Datenschutzbestimmung vorbehaltslos akzeptieren.

Google bietet für Smartphones und Tablets praktische Apps: Für die Navigation, zum mailen, Musik hören und Film schauen, für die Textverarbeitung, Tabellen-Kalkuation oder zum Übersetzen.

Doch wer eine solche App installieren will, wird eher beiläufig über die fast immer gleiche Google-Datenschutzerklärung informiert. Diese müssen die Nutzer akzeptieren. Ansonsten lässt sich die App nicht herunterladen.

Kein Datenschutz möglich

Diese Datenschutzrichtlinien haben es in sich: Sie erlauben Google massenhaft sehr persönliche Daten zu sammeln und für eigene Zwecke zu analysieren.

So schreibt Google in seiner Datenschutzerklärung:

«Von uns erhobene Daten (sind):

  • Personenbezogene Daten wie Namen, Email-Adresse, Telefon- oder Kreditkartennummer. (aus Google-Nutzerkonten, Anm. d. Red.)
  • Protokolldaten: Die IP-Adresse. Telefonie-Informationen wie Anrufer-Nummern, Weiterleitungsnummern, Datum und Uhrzeit von Anrufen, Dauer von Anrufen, SMS-Informationen und Art der Anrufe.
  • Standort: Google erfasst und verarbeitet (…) den tatsächlichen Standort per (...) IP-Adresse, GPS-Sensor, WLAN-Zugangspunkt oder Mobilfunkmasten.
  • Cookies, über die der Browser oder ein Google-Konto eindeutig identifiziert werden kann.»

Als Rechtfertigung für dieses Spionieren schreibt Google in den Richtlinien: «Wir erfassen Informationen, um allen unseren Nutzern bessere Dienste zur Verfügung zu stellen.»

Schnüffelei bei der Fotoretousche

Der Milliardenkonzern sammelt denn auch systematisch und versieht fast alle Apps mit derselben Datenschutzerklärung. Diese lässt das Datensammeln in breitem Umfang zu Ungunsten der User rechtlich zu.

Wieso darf zum Beispiel Googles Fotoretousche-App Snapseed auch die Telefonverbindungs- und Standort-Daten sammeln, obwohl es mit der Funktion der App nichts zu tun hat? Dies wollte «Kassensturz» vom amerikanischen Konzern wissen.

Google schreibt «Kassensturz»: «Wir haben die Datenschutzerklärung und die Nutzungsbedingungen 2012 vereinfacht, welche für die allermeisten Google-Dienste Gültigkeit hat.» Der vermeintliche Vorteil für den User erweist sich dann aber als grosser Nachteil.

Diese Google-Apps sammeln Daten

Betroffen sind folgende Apps, sowohl für iPhones von Apple, wie auch für Smartphones mit Android-Betriebssystem:

  • Chrome Browser
  • Google Übersetzer
  • Google Drive
  • Google Earth
  • Gmail
  • Google Kalender
  • Google Maps
  • Google
  • Snapseed
  • Google Docs
  • Google Tabellen
  • Google Präsentationen
  • Google Play Music
  • Google Play Filme
  • Google Play Books
  • Google+
  • Google Play Kiosk

Das kann man dagegen tun

  • Suchen Sie im Internet nicht mit der Google-Suchmaschine, sondern mit einer nicht daten-sammelnden Alternative z.B. Duck Duck Go.
  • Falls doch ein App von Google installiert werden soll, empfiehlt sich nach der Installation alle unnötigen Zugriffsberechtigungen abzustellen. So benötigt z.B. Google Earth zwar Zugriff auf die Ortungsdienste, nicht aber auf das Adressbuch.
  • Benutzen Sie statt eines Gmail-Mailkontos besser einen lokalen Mailanbieter, z.B. Bluewin, Sunrise oder Salt.