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«Espresso Aha!» Wo alte Bücher ein zweites Leben erhalten

Das Problem kennen viele: Wer gerne liest, der hat früher oder später keinen Platz mehr im Büchergestell. Doch wohin mit den alten Büchern? Einfach entsorgen, das bringen die Meisten nicht übers Herz. Es gibt auch andere Möglichkeiten. «Espresso Aha!» hat sie ausprobiert.

Legende: Audio «Espresso Aha!»: Wo alte Bücher ein zweites Leben erhalten abspielen. Laufzeit 04:05 Minuten.
04:05 min, aus Espresso vom 27.11.2017.

Ich bin eine Vielleserin. Entsprechend stapeln sich bei mir im Büchergestell viele Romane. Als der Platz knapp wurde, begann ich die Romane auszusortieren. Und dann hatte ich drei Einkaufstaschen mit Büchern und wusste nicht wohin damit.

Deshalb machte ich mich auf die Suche nach einem neuen Plätzchen für meine Lektüre. Gefunden habe ich folgende Alternativen:

1. Möglichkeit: Verkaufen
Ich mache ein Inserat auf dem Marktplatz im Firmen-Intranet. So verkaufte ich immerhin zehn Stück. Man kann auch versuchen die Bücher auf einem Online-Marktplatz zu verkaufen. Dort kommt allerdings noch das Porto dazu, wenn man die Bücher verschicken muss. Für mich war das zu aufwändig.

2. Möglichkeit: Bücher-Ankauf
Im Internet gibt es verschiedene Seiten, welche gebrauchte Bücher ankaufen. Man gibt jeweils die ISBN-Nummer ein und sieht, wie viel man für das Buch bekommt. Bei mir allerdings hat das nicht funktioniert. Keiner meiner Romane war noch etwas wert.

3. Möglichkeit: Secondhand Buchladen
In einigen Schweizer Orten findet man Secondhand-Buchläden. Dort kann man seine Occasionsbücher vorbeibringen. Geld bekommt man allerdings dafür nicht.

4. Möglichkeit: Bücherschränke
Die Idee hinter den Bücherschränken ist, dass Passanten nicht mehr gebrauchte Bücher dort deponieren können, andere können diese mitnehmen. In Basel betreibt die Christoph-Merian-Stiftung an mehreren Orten in der Stadt Bücherschränke. «Damit hat ein breites Publikum, unabhängig vom Einkommen, einfachen Zugang zum Lesen und zu Büchern. Bücherschränke sind auch Begegnungsorte im Quartier und fördern soziale Kontakte», sagt der Medienverantwortliche Carlo Clivio. Auch in Biel, Weinfelden, Solothurn, St. Gallen, Thun, Olten oder Zürich gibt es Bücherschränke.

5. Möglichkeit: Bücher «freilassen»
Es gibt auch Leute, welche ihre Bücher an öffentlichen Orten oder in Bahn und Tram liegen lassen und sie damit auf eine Reise schicken. Bei den Zürcher Verkehrsbetrieben VBZ werden pro Woche drei Bücher im Tram gefunden. Diese wandern ins Fundbüro, wo sie drei Monate aufbewahrt werden. Danach gelangen sie in den Fundsachenverkauf. VBZ-Sprecherin Daniela Tobler rät, lesenswerte Bücher besser in Bücherschränken zu deponieren, als sie im Tram liegen zu lassen.

6. Möglichkeit: Brockenhaus
Ich sitze also immer noch auf meinen 20 Romanen, die ich nicht mehr brauche. In der Nähe meines Wohnorts gibt es weder einen Bücherschrank noch einen Secondhand Buchladen. Wohin also damit? Vielleicht nimmt die Bücher ja ein Brockenhaus. Markus Baumann ist Marketingleiter der Heilsarme-Brockenhäuser: «Bücher nehmen wir sehr gerne an. Allerdings schauen wir zusammen mit dem Kunden, um was für Bücher es sich handelt. Silva-Bilder-Bücher beispielsweise kauft heute niemand mehr.» Auch Bücher aus sogenannten Bücher-Abos werden bei vielen Brockenhäusern abgelehnt. Neben den klassischen Brockenhäusern gibt es auch Bücher-Brockis, die Bücher annehmen und dann weiterverkaufen.

7. und letzte Möglichkeit: Altpapier
Wenn einem gar nichts anderes mehr übrigbleibt, muss man seine alten Bücher wegwerfen. Wer sie im Altpapier entsorgen will, muss allerdings zuerst die Buchdeckel entfernen.

«Espresso Aha!»

«Espresso Aha!»

Jeden Montag beantwortet «Espresso» in der Rubrik «Aha!» eine Frage aus dem Publikum. Haben auch Sie eine? Stellen Sie sie!

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