20 Jahre Zivildienst – weit mehr als ein Häfeli-Job

  • Montag, 12. September 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 12. September 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Montag, 12. September 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Immer mehr junge Männer entscheiden sich gegen das Militär und leisten ihren Dienst im Operationssaal, im Labor oder auf Ausgrabungsstätten. Zwanzig Jahre nach seiner Einführung ist der Zivildienst vor allem eines: Eine attraktive Stellenbörse. Das sorgt für zunehmende Kritik aus der Politik.

Im Oktober 1996 führte die Schweiz als eines der letzten Länder Westeuropas einen zivilen Ersatzdienst ein. Seither leisten jedes Jahr tausende junge Männer Zivildienst. Die meisten von ihnen im Sozialwesen, im Gesundheitsbereich oder im Umweltschutz. Dabei suchen die Einsatzbetriebe immer öfter nach ausgebildeten Fachkräften.

Spitäler beschäftigen ausgebildete Ärzte, Naturwissenschaftler leisten Dienst bei Forschungsinstitutionen, Kulturforscher arbeiten in Museen.

Der Zivildienst wird so für immer mehr Männer auch zu einer wichtigen Stufe auf der Karriereleiter. Die allerdings den Frauen vorenthalten bleibt.

Beiträge

  • Heute Normalität: Zivildienst als Alternative zum Militärdienst.

    Der lange Kampf bis es so weit war

    Als eines der letzten Länder Westeuropas sagte die Schweiz in den 90er Jahren Ja zu einem zivilen Ersatzdienst. Zuvor kämpften Militärgegner während Jahrzehnten vergebens für ihr Anliegen. Und büssten mit mehrmonatigen Gefängnisstrafen, wenn sie den Militärdienst verweigerten.

    Simon Jäggi

  • Zivildienst, der erste Schritt in der Karriere

    Corentin Gut ist einer von rund zehntausend Zivildienstleistenden, die dieses Jahr ihren Einsatz leisten. Der studierte Physiker arbeitete während mehreren Monaten am physikalisch-meteorologischen Institut in Davos.

    Und zeigt exemplarisch: Zivildienstleistende sind heute oft weit mehr als unausgebildete Hilfskräfte.

    Simon Jäggi

  • Junge Zivildienstleistende während eines Kurses im Eidgenössischen Ausbildungszentrum.

    Was zum Zivildienst wirklich motiviert

    Rund dreissig Männer versammeln sich in Thun zum Einführungstag des Zivildienstes. Was motiviert sie zum anderthalb Mal so langen Ersatzdienst? Einen Gewissenskonflikt nennen nur die wenigsten als Grund. Für viele ist der Zivildienst schlicht die attraktivere Lösung.

    Dazu das Gespräch mit dem Leiter des Regionalzentrums über den Zivildienst im Wandel. Und die Frage: Konkurrenziert der Zivildienst den Arbeitsmarkt?

    Simon Jäggi

  • Heute noch eine Ausnahme, doch wie sieht die Zukunft aus?

    Frauen in den Zivildienst oder gar in die allgemeine Wehrpflicht?

    Kathrin Bertschy, Nationalrätin GLP und Nicola Goepfert, Präsident Zivildienstverband in der Diskussion.

    Die grosse Attraktivität des Zivildienstes - Erfolg oder Fehlentwicklung? Der Zivildienst als Karriereleiter, und was bedeutet das für die Frauen? Und wie soll die Dienstpflicht der Zukunft aussehen?

    Christoph Keller

Autor/in: Simon Jäggi, Christoph Keller, Moderation: Monika Schärer, Redaktion: Christoph Keller