30 Jahre Tschernobyl - und jetzt die Zukunft!

  • Montag, 25. April 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 25. April 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Montag, 25. April 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Mit der Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl 1986 wurde die Bedrohung, die von Atomkraftwerken ausgeht, erstmals in Europa konkret erlebbar. Ist Atomenergie seither sicherer geworden? Während Russland noch immer mit Altlasten kämpft, Frankreich etwas Tempo rausnimmt, setzt China alles auf eine Karte.

Russland bewirtschaftet weiterhin tickende Zeitbomben, nämlich Atomreaktoren vom selben Typ, wie jener von Tschernobyl. Frankreich lässt sich nur mässig vom geplanten Atom-Ausstieg Deutschlands beeindrucken, gibt aber Sicherheitsbedenken neuerdings mehr Raum. Der grosse, verhältnismässig unbekümmerte Player der Zukunft ist China, wo sich zurzeit rund 110 Atomkraftwerke in Planung oder schon im Bau befinden.


Beiträge

  • Elf gleiche Kraftwerkstypen wie Tschernobyl sind in Russland noch in Betrieb.

    Katastrophen-Reaktor noch immer am Netz

    Nur Wochen bevor der Reaktor Nummer 4 von Tschernobyl explodierte, war Vladimir Kuznetsov noch leitender Ingenieur im benachbarten Werk Nummer 3.

    Der heutige Dozent für nukleare Sicherheit beobachtet mit Sorge, wie sich mitten in der Ukraine-Krise die Arbeiten an der Schutzhülle über der AKW-Ruine entwickeln. Kuznetsov ist entsetzt darüber, dass in Russland noch immer elf dieser hochgefährlichen Tschernobyl-Reaktoren laufen. Was hat Russland aus Tschernobyl gelernt hat oder besser: nicht gelernt hat und was bedeutet das für Europa?

    Peter Jaeggi

  • Fessenheim ist Symbol für den Niedergang der französischen Nuklearindustire.

    Frankreichs Atom-Industrie steckt in einer tiefen Krise

    In Frankreich sind 58 Atommeiler in Betrieb, mehr als in allen anderen Europäischen Staaten. Das Atomkraftwerk Fessenheim ist das älteste AKW des Landes. Deutschland und die Schweiz fordern seit Jahren dessen Stilllegung.

    Die Zukunft des AKWs in Fessenheim im Elsass entscheidet sich an der Atlantik-Küste. Dort, in Flamanville, hätte schon vor Jahren ein Reaktor der dritten Generation ans Netz gehen sollen. Leistungsfähiger und sicherer sollte dieser sein und seine Technologie ein Exportschlager für die französische Atom-Industrie. Das Gegenteil zeichnet sich ab. Düstere Aussichten.

    Charles Liebherr

  • Sicherheit steht bei der Debatte um AKWs immer im Zentrum. Wie sicher kann ein AKW überhaupt sein?

    Sicherheit zuerst – aber wie?

    Die Atomkraft ist mir grossen Risiken behaftet, das haben die Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima gezeigt. In der Debatte um diese Technik steht die Sicherheit deshalb immer im Zentrum.

    Doch wie sicher kann man AKWs überhaupt betreiben? Und welche Lehren wurden aus Tschernobyl und Fukushima gezogen? Eine Einordnung.

    Hanna Wick

  • China setzt in Zukunft auf Atomkraft.

    Atom-Energie in China: volle Kraft voraus!

    Während sich Länder wie die Schweiz langsam von der Atomkraft verabschieden, baut China derzeit Kernkraftwerk um Kernkraftwerk. Das Land erhofft sich dadurch weniger Luftverschmutzung, denn bislang stammt der Grossteil des chinesischen Stroms aus Kohlekraftwerken.

    Eine breite Diskussion über mögliche Risiken der Atomenergie findet in den staatlich kontrollierten Medien jedoch nicht statt. Stattdessen plant Chinas Nuklearindustrie schon den nächsten Schritt: Nach dem Inland will sie chinesische Atomkraftwerke vermehrt auch ins Ausland exportieren.

    Martin Aldrovandi

Autor/in: Martin Aldrovandi, Peter Jäggi, Charles Liebherr, Hanna Wick, Moderation: Monika Schärer, Redaktion: Ellinor Landmann