Ab wann ist man auf der Bühne alt?

  • Montag, 18. Januar 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 18. Januar 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Montag, 18. Januar 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Früher gab es klare Rollenfächer: Eine junge Schauspielerin spielte die schöne Geliebte, ein älterer Schauspieler den Helden. Frauen alterten nicht auf der Bühne, sondern im Publikumssaal oder zu Hause. Auch heute noch sind Schauspielerinnen jenseits der 60 auf den Theaterbühnen eine Ausnahme.

Die Gesellschaft wird immer älter und damit ändern sich auch die Vorstellungen und Zuschreibungen, was ein alter Mensch kann, soll und darf. Zeigen sich diese Veränderungen auch auf der Bühne? Lange war es für ältere Schauspielerinnen schwierig, ihrem Alter entsprechende Rollen zu finden.

Wie wird man im Theater älter? Und ist das in Kulturen, die sich nicht dem westlichen Jugendwahn unterworfen haben, anders?

Beiträge

  • Ihre Karriere kam mit 50 in Fahrt: Nikola Weisse.

    «Es geht nicht ums Alter, es geht um den Charakter»

    Die Schauspielerin Nikola Weisse steht mit 75 Jahren regelmässig auf der Bühne. Sie tourt in Produktionen von Christoph Marthaler durch die Welt, sie tritt mit Soloprojekten auf und sie sagt, dass sich ihr Spiel mit dem Alter verändert hat.

    Ein Gespräch über Jugendwahn, Seniorengier und eine Theaterkarriere, die erst ab 50 so richtig in Fahrt gekommen ist.

    Kaa Linder

  • Nicht nur die Jungen tun es: Tanzen.

    Und noch im Alter tanzen…

    In Japan werden alte Tänzer und Tänzerinnen als «lebendes Kulturgut» verehrt.

    In den jugendorientierten Kulturen in Europa und Amerika dagegen wurde Tanz lange mit Jung und Schön gleichgesetzt. Diese Vorstellung ändert sich zusehends. Das hat mit einer grösser werdenden Laientanzbewegung und erfolgreichen Vorbildern wie Anna Halprin zu tun, die auch mit 95 Jahren noch nicht aufgehört hat zu tanzen.

    Rebecca Hillauer

Autor/in: Dagmar Walser, Kaa Linder, Rebecca Hillauer, Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Raphael Zehnder