Am Rand der Debatte: Liberale Muslime

  • Freitag, 9. Dezember 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 9. Dezember 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Freitag, 9. Dezember 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Man spricht über islamistischen Terrorismus und Jihadismus, über Hassprediger und andere Extremisten. Musliminnen und Muslime, die sich gegen die Extreme wenden, sind in einer schwierigen Situation. Und zugleich am Rande der westeuropäischen Gesellschaften.

Die Diskussionen über den islamistischen Terrorismus haben den Blick verengt. Sie dominieren die Debatte über den Islam insgesamt. Doch Islam bedeutet nicht per se Extremismus und Terrorismus. Und den Islam gibt es nicht, ebensowenig wie es die islamische Gesellschaft gäbe.

Gerade auf unserem Kontinent, der seit vielen Jahren auch von der Einwanderung muslimischer Bevölkerungsgruppen geprägt ist, tut die Klarstellung not: Die weitaus meisten Muslime haben mit Extremisten nichts zu schaffen.

Ueber sie und ihre Schwierigkeiten auch innerhalb ihrer «Community» berichten wir heute in «Kontext». Mit zwei Reportagen aus Frankreich und aus Deutschland.


Beiträge

  • Verbaute Zukunft

    Ueber die Zahl der Muslime in Frankreich besteht Unklarheit. Ungefähr 9% der 66.4 Millionen Menschen in Frankreich dürften Muslime sein. Das sind knapp 6 Millionen Menschen.

    Nicht wenige von ihnen leben in den ghettoähnlichen Wohnblocks der «Banlieue» und viele von Ihnen haben kaum berufliche Perspektiven. Sie sind Franzosen zweiter Klasse. Ein Nährboden für die Missionierung durch Radikale. Doch es gibt sie, die Einwohnerinnen und Einwohner, die sich gegen die vermeintlich unvermeidliche Spirale der Gewalt stemmen.

    Bettina Kaps

  • Liberale Muslime und die Intoleranz der «Gläubigen»

    Musliminnen und Muslime, die sich gegen die Extremisten wenden, werden angefeindet und bedroht. Etwa ein Berliner Imam, der vielen nicht mehr «radikal genug» predigt. Eine junge Muslimin, die für einen aufgeklärten Islam bloggt, wird dafür beschimpft.

    Die Leiterin eines Mädchentreffs berichtet vom sozialen Druck unter Jugendlichen und in Familien.

    Der ehemalige Nordafrika-Korrespondent Samuel Schirmbeck fordert daher eine selbstbewusste Islamkritik, die von der politischen Linken allzu oft unterbunden und des Rechtspopulismus verdächtigt werde. Eine Recherche aus Berlin.

    Rebecca Hillauer

Autor/in: Bettina Kaps, Rebecca Hillauer, Moderation: Brigitte Häring, Redaktion: Christoph Keller, Dagmar Walser, Raphael Zehnder