Attraktion oder Ärgernis – Skulptur im öffentlichen Raum

  • Mittwoch, 23. August 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 23. August 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 23. August 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Kunst im Stadtraum sorgt für Diskussionen. Sie kostet Geld. Sie will gepflegt werden. Und sie muss vermittelt werden. Denn: Die Heldenstatue, das war gestern. Immer mehr temporäre, nicht-plastische Kunstprojekte erobern den öffentlichen Raum. Was bedeutet das für die Städte? Was für die Kunst?

Kunst im öffentlichen Raum, das ist längst nicht mehr nur das Reiterstandbild oder die Dichterbüste. Auch Performances, Soundcollagen, Lichtinstallationen haben den Weg aus den Kunsthallen auf die Strasse gefunden. Und keineswegs jedes Kunstwerk, das heute im urbanen Raum installiert wird, ist für Ewigkeit gedacht. Die Autorinnen der Sendung haben nachgefragt, wie Skulptur im öffentlichen Raum sich heute entwickelt und welche Möglichkeiten die Kunst in sich verdichtenden Städten hat. Sie haben in Münster Tendenzen aktueller Plastik angeschaut und mit Fachleuten aus Zürich und Bern darüber gesprochen, wie Städte sinnvoll mit Kunst im öffentlichen Raum umgehen können.

Beiträge

  • Bei den Skulturp Projekten Münster können Besucher noch bis Oktober über Wasser gehen: Die Installation On Water der Künstlerin Ayse Erkmen

    Münster: Der Pulsmesser der Skulptur

    Die Skulptur Projekte Münster gelten als wichtiger Pulsmesser für das aktuelle Geschehen im Bereich der plastischen Kunst. Seit 1977 findet die Schau im Zehn-Jahres-Rhythmus statt.

    Die diesjährige Ausstellung spiegelt mit Performances und Soundcollagen die enorme Breite eines erweiterten Skulptur-Begriffs. Zahlreiche Projekte reflektieren zudem die stetige Veränderung des öffentlichen Raumes durch Gentrifizierungsprozesse und ökonomische Interessen.

    Alice Henkes

  • Der Hamburger Hafenkran Delfin am Ufer der Limmat: Kunst im öffentlichen Raum

    Zürich: Die Anwälte der Kunst im öffentlichen Raum

    Der Hafenkran, der 2014 an der Limmat mitten in Zürich aufgebaut wurde, machte schweizweit Schlagzeilen. Angeschoben wurde das Projekt von der Arbeitsgruppe Kunst im öffentlichen Raum in Zürich.

    Die Gruppe, mit Fachleuchte aus Kunst und Architektur besetzt, kümmert sich seit elf Jahren um Kunst im Stadtraum Zürich. Grossprojekte sind ein sichtbarer, aber nur kleiner Teil ihrer Arbeit. Alice Henkes hat mit dem Vorsitzenden der Gruppe, Christoph Doswald, über temporäre Kunstprojekte, Bestandespflege und Kunstvermittlung im öffentlichen Raum gesprochen.

    Alice Henkes

  • Ist das schon Kunst oder nur Verziehrung? Graffittis in Paris

    Bern: Wie findet man die Kunst im Stadtraum?

    Kunst gehört zum Stadtbild wie Ampelpfosten, Gartenzäune und Papierkörbe. Und oft genug geht man so achtlos an ihr vorüber, wie auch an den besagten Ampelpfosten. In Bern bemüht sich eine Arbeitsgruppe jetzt um mehr Sichtbarkeit für Kunst im Strassenraum.

    Ihr erster Streich: Eine Aktion zur Inventarisierung, bei der junge Zivildienstleistende durch die Stadt streiften und erst mal alles notierten, was nach Kunst aussah. Was die jungen Leute da alles gefunden haben und wie es in Bern weitergehen soll, erzählt Julia Voegelin, die mit den Verantwortlichen vor Ort gesprochen hat.

    Julia Voegelin

Autor/in: Alice Henkes, Julia Voegelin, Moderation: Monika Schärer, Redaktion: Maya Brändli, Christoph Keller