Auroville – gelebte Utopie seit 50 Jahren

  • Montag, 26. Februar 2018, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 26. Februar 2018, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Montag, 26. Februar 2018, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Vor 50 Jahren gründeten Idealistinnen und Aussteiger aus der ganzen Welt eine utopische Stadt im Süden Indiens. In Auroville sollten Herkunft, Reichtum und Geschlecht keine Rolle spielen und stattdessen viel Raum für individuelle Entwicklung und Spiritualität sein. Ein Besuch. 

Auroville, der idealistische Ort im Süden Indiens, ist eines der wenigen Projekte aus dem Umfeld der 1968er, die 50 Jahre überlebt haben. Mit Auroville sollte ein Raum geschaffen werden, wo alle Nationen friedlich zusammenleben, unabhängig von Nation, Religion und Geschlecht, als Modell für die Welt.

Die Werte, die die Aurovillianer verwirklichen wollen, sind universell – fast alle teilen sie als Anspruch. Doch kaum eine Gemeinschaft schreibt sie sich so explizit auf die Fahnen wie Auroville und funktioniert bis heute als internationaler Sehnsuchtsort. Wo steht die Siedlung 50 Jahre nach der Gründung?

Beiträge

  • Zwei Personen stehen vor den Portraits der Auroville-Gründerin

    Pionierinnen aus Europa

    Die Bündnerin Ruth und die Deutsche Ulla kamen in den 70ern als junge Frauen nach Auroville und liessen sich vom Pioniergeist anstecken. Sie erzählen vom Fieber der Anfangsjahre, vom aufregenden Gefühl, bei der Schaffung von etwas komplett Neuem dabei zu sein.

    Seither ist aus dem trockenen Landstrich eine Art Gartenstadt geworden, das Gemeinschaftsleben ist eingespielt. Doch an manchen Orten gelingt es der Auroville nicht, seinen Idealen nachzukommen – zum Beispiel beim Anspruch, es solle keinen Unterschied zwischen reich und arm geben.

    Christina Caprez

  • Siedlungen in Auroville

    Newcomer, Einheimische und die zweite Generation

    In Europa wird Auroville manchmal als Exklave des Westens im Süden Indiens gesehen. Doch 43% der Bevölkerung Aurovilles stammen aus Indien, weitere Bewohner aus Japan oder aus Lateinamerika.

    Vishnu, ein Südafrikaner indischer Herkunft, hat sich das Leben in Auroville asketischer vorgestellt. Shankar wuchs in einem Nachbardorf auf und zog als Erwachsener in die Gemeinschaft. Kripa, 1974 in Auroville geboren, bat als Kind ihre antiautoritären Eltern um mehr Struktur. Mit 16 zog sie nach Frankreich, um eine Ausbildung zu machen und sich «in der Welt draussen» zu beweisen.

    Christina Caprez

Autor/in: Christina Caprez, Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Raphael Zehnder