Aus der Brache auferstanden – neu gestalteter Stadt-Raum

  • Freitag, 30. September 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 30. September 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Freitag, 30. September 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

«Tacheles», «Gleisdreieck» und «Erlenmatt» – drei Projekte in Berlin und Basel zeigen, was aus städtischer Brache entstehen kann und was dies für Mensch und Natur bedeutet.

B wie Brache – B wie Berlin oder Basel: In vielen europäischen Städten verschwinden gegenwärtig die letzten Brachen. Und zugleich entstehen neue Gestaltungsräume, die durchdacht sein wollen und nachhaltig genutzt werden sollen. Kein leichtes Unterfangen für die Stadtplanung, die sich mit der Verdichtung von Wohnraum, Gewerbe, Verkehr und Grünzonen befassen muss.

«Kontext» geht der Frage nach, welche Bedeutung städtische Brachen haben und wie sich deren Gestaltung auf die Stadtentwicklung auswirkt.

Beiträge

  • Lauter Protest: Das «Tacheles» in Berlin wird überbaut.

    «Tacheles» oder ein letzter Bauplatz in Berlin

    In Berlin wird die berühmteste städtische Bau-Brache überbaut, das «Tacheles»-Areal. Auf diesem Gelände stand das ehemalige jüdische Kaufhaus Wertheim. Die Kriegsruine wurde nach dem Mauerfall von Kultur-Aktivisten besetzt und hat über Deutschland hinaus grosse Bekanntheit erlangt.

    Jetzt steht ein Bauzaun davor, und die Basler Star-Architekten Herzog und DeMeuron überbauen das Areal. Peter Voegeli hat den ersten Tacheles-Besetzer, Leo Kondeyne, und die Berliner Senatsbaudirektorin, die Schweizerin Regula Lüscher, getroffen und mit ihnen über Berliner Brachen und ihr Verschwinden gesprochen.

    Peter Voegeli

  • Vom stillgelegten Niemandsland im «Gleisdreieck» zum Park

    Dass Berlin im Herzen der Stadt über einen einzigartigen Park verfügt, ist ein Glücksfall: Mit der Teilung Berlins wurden der Anhalter, Potsdamer und Dresdner Bahnhof stillgelegt. Während 40 Jahren eroberte sich die Natur den Raum dazwischen, im Gleisdreieck, zurück.

    Dank einem aufwändigen Planungsprozess mit einer intensiven Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger hat das Landschaftsarchitekturbüro Loidl das brach liegende Gelände nach der Wende in einen Stadt-Park verwandelt. Tausende kommen heute hierher zum Flanieren, Skaten und Gärtnern, zum Walken, Picknicken oder einfach zum Faulenzen.

    Karin Salm

  • «Erlenmatt» in Basel: Rückeroberung durch Mensch und Tier

    Mit der Stilllegung des Güterbahnhofs der Deutschen Bahn wurde in Basel eine grosse Brache frei, auf der sich seltene Pflanzen und Tiere ansiedelten.

    Wie diesen wertvollen Freiraum im dicht besiedelten Stadteil langfristig nutzen? Die Stadt entschied sich für eine Überbauung mit einem grossen Park im Zentrum.

    Der Landschaftsarchitekt Raymond Vogel entwickelte ein Konzept, das sich an der Natur und den Bedürfnissen der Anwohnerinnen und Anwohner orientiert und nicht an denjenigen der Investoren. Dafür hat er den Schulthess Gartenpreis erhalten und die Stadt Basel einen neuen besonderen Park.

    Maya Brändli

Autor/in: Maya Brändli, Karin Salm und Peter Voegeli, Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Sabine Bitter, Nöemi Gradwohl