Aus der Not geboren: von der Basler Mustermesse zum Global Player

  • Freitag, 8. April 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 8. April 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Freitag, 8. April 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Von einer einheimischen Waren-Mustermesse zum internationalen Player: Der Grundstein für die Schweizer Mustermesse wurde vor hundert Jahren gelegt. Es war ein Akt, der aus der Not geboren war.

Die Idee für eine Mustermesse entstand im 1. Weltkrieg, als der Warenaustausch mit dem Ausland zum Erliegen kam. Da sollte der Absatz im Inland angekurbelt werden. Nach dem 2. Weltkrieg dann entwickelte sich die Mustermesse zum Publikumsmagneten: In Basel bestaunte die ganze Nation die neusten Konsumgüter, vom Turbomixer bis zur Trockenhaube.

Die Mustermesse war so erfolgreich, dass für Uhren und Schmuck eine Spezialmesse und auch die Kunstmesse Art eröffnet wurde. Der Ausbau des Messewesens in den letzten hundert Jahren hat auch die Messearchitektur geprägt.

Buchhinweis:
Kury, Patrick und Bauer, Esther (Hrsg.): Im Takt der Zeit. Von der Schweizer Mustermesse zur MCH Group. Christoph Merian Verlag Basel 2016.

Beiträge

  • Der Eingang zur ersten Schweizer Mustermesse im Stadtcasino Basel im Jahr 1917.

    Turbomixer und Trockenhaube: Warenmesse als Erinnerungsort

    Die Mustermesse, die 1916 ins Leben gerufen wurde, entwickelte sich nach dem 2. Weltkrieg zur Publikumsmesse: Aus der ganzen Schweiz pilgerte man jedes Jahr nach Basel und liess sich dort die neusten Konsumgüter vorführen – die Mustermesse wurde so zum Erinnerungsort einer ganzen Generation.

    Aber sie war auch ein Ort, an dem sich die Wirtschaft und die Nation ihrer selbst vergewisserten. Die einheimische Produktion, der technische Fortschritt und die politische Selbstbetrachtung gingen hier jahrzehntelang Hand in Hand – bis in den 1970er-Jahren eine Öffnung nach aussen unabdingbar wurde.

    Sabine Bitter

  • An der Art Basel Miami Beach, 2005.

    Erfolgsrezepte einer Kunstmesse

    Die Art Basel gilt als wichtigste Kunstmesse der Welt und verfolgt seit ihren Anfängen eine radikal internationale Strategie. Galerien aus aller Welt nahmen bereits an der ersten Ausgabe 1970 teil.

    Im Jahr 2002 eröffnete die Art Basel – entsprechend ihrer internationalen Ausrichtung – ihre erste Schwestermesse in Miami Beach und 2013 die zweite in Hongkong. Warum es keine weitere Schwestermesse geben wird, das verrät Art Basel-Direktor Marc Spiegler in «Kontext». Und er erzählt auch, welchen Wert frühere Strategien heute noch haben und wo die Herausforderungen der Zukunft liegen.

    Ellinor Landmann

  • Der Hallenkomplex der Architekten Herzog und De Meuron.

    Messearchitektur ist mehr als eine Hülle

    Die Basler Messe hat einen grossen Vorteil: Sie liegt mitten in der Stadt. Das hat zur Folge, dass stets renommierte Architekten am Werk waren.

    Der Zürcher Stadtbaumeister Hermann Herter machte mit einem klassizistischen Kopfbau den Anfang, der Landi-Architekt Hans Hofmann entwarf die elegante Rundhalle mit der imposanten Uhr, und Herzog & de Meuron packten eine gigantische Halle in ein nobles Flechtwerk. Architektonisch habe die Basler Messe die Nase ganz vorne, sagt ETH-Professor Philip Ursprung.

    Karin Salm

Autor/in: Sabine Bitter, Ellinor Landmann, Karin Salm, Moderation: Hansjörg Schultz, Redaktion: Raphael Zehnder