Aus Lehm gestampft

  • Mittwoch, 21. Oktober 2015, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 21. Oktober 2015, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 21. Oktober 2015, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Lehm ist der Baustoff der Armen. Dieses Image hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Der Grund dafür sind spektakuläre Bauten wie zum Beispiel das Ricola-Kräuterzentrum der Architekturstars Herzog & de Meuron. Experte Martin Rauch ist überzeugt: Lehm hat für die Architektur grosses Potenzial.

Bis vor hundert Jahren war Lehm weltweit ein gängiges Baumaterial. Heute finden wir diesen günstigen Baustoff fast ausschliesslich in Schwellen- und Entwicklungsländern. Seit einigen Jahren feiert der fast in Vergessenheit geratene Lehm ein eigentliches Comeback. Renommierte Architekten entdecken die archaische Kraft des Lehms und bauen im Vorarlberg Häuser, die zu 85 Prozent aus Stampflehm bestehen, andere bauen gemeinsam mit Tagelöhnern in Bangaldesch ein zweistöckiges Schulhaus, das mit Architektur- und Nachhaltigkeitspreisen überhäuft wird.


Beiträge

  • Das Haus Rauch im Voralberg.

    Lehm ist ein baubiologisches Wundermittel

    Der Zürcher Architekt Roger Boltshauser sucht in der Architektur den archaischen und sinnlichen Ausdruck und entdeckte dabei den Lehm. Dann stellte er fest, dass Lehm ein baubilogisches und ökologisches Wundermittel ist. (Bild: Das Haus Rauch im Voralberg, Boltshauser Architekten/Beat Bühler)

    Karin Salm

  • Die Stampflehmmauer des Ricola Kräuterzentrums.

    Erdfeucht und krümelig: der ideale Stampflehm

    Martin Rauch ist Stampflehmpionier und -experte: Seit 30 Jahren beschäftigt sich der 57 jährige Vorarlberger mit diesem in Vergessenheit geratenen Baumaterial, das eine Alternative zum Zement ist.

    Erdfeucht und krümelig, müsse der ideale Lehm sein, erzählt er in seiner Werkstatt in Schlins im Vorarlberg.

    Karin Salm

  • Auch mit Lehm lässt sich in die Höhe bauen.

    Make your hands dirty

    Im Büro der ETH-Gastprofessorin Anna Heringer hängt die Notiz «Make your hands dirty». Denn: wer mit Lehm baut, baut nachhaltig und unabhängig von internationalen Baustoffkonzernen.

    In einem Bauerdorf in Bangladesch hat Anna Heringer mit 60 Tagelöhnern ein zweistöckiges Schulhaus aus Lehm gebaut. International findet diese Schule Beachtung.

    Karin Salm

Autor/in: Karin Salm, Moderation: Gabriela Kägi, Redaktion: Dagmar Walser